Als der Vogelsbergkreis 2015 das Thema „Carsharing“ und Elektromobilität unter anderem auch für Lautertal zum Thema machte, konnte noch niemand ahnen, dass daraus die Gründung der Nachbarschaftshilfe Lautertal erfolgen würde. Reiner Seibert stellte sich damals als Ansprechpartner zur Verfügung und nahm die ganze Sache in die Hand. Im seinerzeit laufenden Ikek-Verfahren wurde das Thema Nachbarschaftshilfe aufgegriffen, und als Ergebnis erfolgte am 17. September 2016 die Gründung der Nachbarschaftshilfe Lautertal durch 15 Mitglieder. Exakt zehn Jahre später konnte jetzt das zehnjährige Bestehen der „Erfolgsgeschichte“ der „Nachbarschaftshilfe Lautertal“ im Dorfgemeinschaftshaus von Hopfmannsfeld gefeiert werden.
Deshalb gratulierten alle Gäste gesanglich mit „Happy Birthday to You“ der Nachbarschaftshilfe. Es wurde Rückschau gehalten, die Grußworte waren mit dem obligatorischen Geburtstagsgeschenk verbunden. Die Gründungsmitglieder wurden ausgezeichnet, und die Hoffnung auf eine weiterhin erfolgreiche Vereinsarbeit wurde ausgesprochen.
Dem zweiten Vorsitzenden Robert Straub oblag es, die Entwicklung des Vereins in Erinnerung zu rufen. 2020 gab es das erste Elektroauto, womit das Kerngeschäft der Mobilität für Senioren anlaufen konnte. Im April dieses Jahres gab es ein weiteres Elektrofahrzeug, welches mit einer Schiebetür ausgestattet ist. Dadurch können auch Rollatoren und Rollstühle mitgenommen werden, und das Fahrzeug steht somit für einen weiteren Personenkreis zur Verfügung.
Nachbarschaftshilfe bedeute aber mehr, nämlich Kleinreparaturen, Gartenarbeit, Vorlesen, Kaffeetrinken, Unterstützung bei Computerproblemen, Einsamkeit beenden, Teilhabe am öffentlichen Leben. 2024 erhielt die Nachbarschaftshilfe den Demografiepreis. Rund 210 Mitglieder, davon 30 Helfer oder Fahrer, unterstützen den Verein und machen die rund 300 Einsätze im Jahr möglich, stellte Hubert Straub fest und unterstrich dabei die Wichtigkeit von Mobilität im Alter. Weiterhin bedankte sich Hubert Straub bei den Ehrenamtlichen, die mit ihrem eigenen Auto gefahren seien.
Der Lautertaler Bürgermeister Lukas Becker stellte fest: „Was euren Verein ausmacht, ist, dass es ganz viele Menschen gibt, die sich einbringen und mit viel Engagement und Herzblut das Ganze voranbringen.“ Weiter stellte er den Vorsitzenden Rainer Seibert heraus, dem auch zu verdanken sei, dass viele Gelder in dem Verein geflossen seien. Der Verein lebe von dem unermüdlichen Einsatz und der Leidenschaft seiner Mitglieder, was eine fantastische Leistung sei, die Respekt und Anerkennung verdiene, so Lukas Becker.
Landrat Dr. Jens Mischak stellte fest, dass sich das, was vor zehn Jahren als Ikek-Projekt begonnen wurde, etabliert habe und zu einer wirklichen Erfolgsgeschichte geworden sei. Es seien zehn Jahre Gemeinschaft, Menschlichkeit und vor allen Dingen zehn Jahre Hilfe am Nächsten entstanden. Der Verein sei das, was man sich wünsche: dass man nicht danach frage, was kann der Staat, was kann die Gemeinschaft für mich tun, sondern dass der Einzelne erst einmal danach frage, was kann ich denn für meine Nachbarn, für meinen Ort und für meine Gemeinde tun.
Als kirchlicher Vertreter für vier Kirchengemeinden gratulierte Peter Mayr und kündigte eine Spende von 500 Euro an. Seitens der evangelischen Kirchengemeinde Dirlammen gratulierte Charlotte Bosch-Klingelhöfer.
Musikalisch gratulierte der Chor „Vivida“ Hopfmannsfeld unter der Leitung von Gabriela Mohr mit einigen Chorbeiträgen und verlieh damit der Veranstaltung einen besonders feierlichen Rahmen.
Folgende Gründungsmitglieder konnten die Ehrung persönlich entgegennehmen: Reiner Seibert, Karl-Heinz Hansel, Charlotte Bosch-Klingelhöfer, Erwin Stock, Werner Staubach, Otto Winterholler, Alfred Hank, Lothar Böck, Otto und Margarethe Lang und Gerd Rennings. Burkhard Schweinberger, Heiko Stock und Alwin Scheerer bekommen die Ehrung nachgereicht. Eins der Gründungsmitglieder ist bereits verstorben.