„Wenn ein Hobby zur Herausforderung wird: Immer mehr Vorschriften und Gesetze machen das Feuerwehrleben zur Herausforderung. Wie unzählige Erlasse, Regeln, Statistiken, Piktogramme, Tabellen, die immer schneller und öfter geändert werden.“ Dieser Satz des Lautertaler Gemeindebrandinspektors Sebastian Wulff im Verlaufe der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Lautertaler Einsatzabteilungen zum Thema „Ehrenamt“ machte deutlich, warum immer weniger Menschen Lust haben, sich ehrenamtlich zu engagieren – nämlich wegen überbordender Vorschriften.
Dazu führte Wulff weiter aus: „Man muss sich sehr oft Unmut anhören, den man verstehen kann. Die Altersgrenze wurde von 60 auf 65 und nun auf 67 erhöht, was aber eher als eine Verzweiflungstat des Landes Hessen wahrgenommen wird. Denn damit bekommen wir keine jungen Atemschutzgeräteträger oder Führungskräfte in die Wehren. Die Landespolitik sollte sich Gedanken um eine Steigerung der Attraktivität der Ehrenämter machen, anstatt um ein neues Hessenwappen, was nur 290.000 Euro gekostet hat.“
Nach solchen Ausführungen kann man froh sein, dass sich die Zahl der aktiven Feuerwehrleute im Jahr 2025 nicht noch stärker reduziert hat, denn diese ist um neun gegenüber 2024 geringer geworden und lag Ende letzten Jahres bei 182. Wobei zwei Abgänge den Katastrophenschutzzug betrafen. Von den 59 ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern sind nach Dienstvorschrift 23 tauglich; hier gab es vier Abgänge zu verzeichnen. Erfreulich, dass bei der „Lautertalschleife“ und beim Dekon-P-Zug jeweils zwei Zugänge zu verzeichnen waren. Zur Erklärung: Ein Dekon-P-Zug (Gerätewagen Dekontamination Personal) ist eine vom Bund finanzierte Einheit im Katastrophenschutz zur Reinigung von Einsatzkräften und Betroffenen nach Kontakt mit ABC-Gefahrstoffen.
Sebastian Wulff erwähnte im Einsatzbereich 18 technische Hilfeleistungen sowie vier Brandeinsätze. Als wichtige Termine nannte er das Jubiläumsfest der Feuerwehr in Engelrod sowie am 18. Oktober die Eröffnung einer Kinderfeuerwehr mit Leiterin Maria Roth in der Feuerwehrunterkunft in Hörgenau.
Zukünftige Themen seien die Beschaffung von Notstromaggregaten für die Feuerwehrgerätehäuser, die Beschaffung einer Tragkraftspritze für Hörgenau, die Umstellung der Atemschutzgeräte auf Überdruck. Die Zusammenschlüsse von Einzelwehren zu Löschzügen. Dirlammen und Meiches zum Löschzug Nord, Eichenrod und Eichelhain zum Löschzug Süd und Engelrod und Hörgenau zum Löschzug Mitte. Die „Lautertalschleife“ bleibe zur Verstärkung noch bestehen. Sobald der Alarmplan und die Ausrückeordnung angepasst seien, würden diese den Wehrführern vorgestellt und zur Weiterbildung an die Einsatzkräfte vor Ort übergeben.
Der stellvertretende Gemeindejugendfeuerwehrwart Dieter Rüllig verwies auf zehn Mitglieder bei der Jugendfeuerwehr. Die Übungsbeteiligung sei aus verschiedenen Gründen sehr schwankend. Von ausgefallenen Übungen und von ein bis acht Jugendlichen sei alles dabei. Frustrierend sei, dass er und der Gemeindejugendfeuerwehrwart Maik Reschke oft erst am Montagnachmittag wüssten, ob überhaupt Jugendliche kommen würden und eine Übung möglich sei. Das zweite Halbjahr habe ganz im Zeichen der Vorbereitung auf die Jugendflamme 1 gestanden. Diese konnte von allen im Dezember abgelegt werden.
Maria Roth, zuständig für die Kinderfeuerwehr, verwies auf die im Oktober erfolgte Gründung, wo man mit fünf Kindern gestartet sei. Aktuell seien es zwölf Kinder. Jeweils zwei Kinder kämen aus Hörgenau, Hopfmannsfeld, Eichenrod, Engelrod sowie vier aus Dirlammen. Sie hoffe, dass auch noch Kinder aus Meiches und Eichelhain dazukommen würden. Seit kurzer Zeit habe sie mit Daniel Schneider einen Stellvertreter, der sie unterstütze, und es gebe weitere vier Betreuer.
Der Lautertaler Bürgermeister, der die kürzlich neu gewählte Wehrführung von Engelrod, Wehrführer Marcel Urban und dessen Stellvertreter Lennart Schaaf, offiziell ernannte, erläuterte, dass angedacht sei, drei Gerätehäuser mit Notstromaggregaten auszustatten. Die Förderanträge hierfür seien schon gestellt worden. Die Erneuerung der Wasserleitung in Hopfmannsfeld habe auch positive Auswirkungen im Hinblick auf die Löschwasserversorgung. Ebenso verwies er auf die Erneuerung der Ortsdurchfahrt in Eichenrod und auch darauf, dass im Bereich der Wasserversorgung ebenfalls Notstromaggregate installiert werden sollen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Inzwischen sei die entsprechende Förderung zugesagt worden.
Kreisbrandinspektor Marcell Büttner zollte den Lautertaler Feuerwehren Lob, die nicht nur im Katastrophenschutz, sondern auch beim Dekon-P-Zug aktiv seien. In einer kleinen Gemeinde sei dies etwas Besonderes. Auf die Feuerwehrleute würden zukünftig weitere Zusatzaufgaben zukommen, dies sei ein Riesenthema. Landkreisseitig versuche man, sich strategisch entsprechend aufzustellen. Die Notstromversorgung von Feuerwehrhäusern sei ein aktuelles Thema; das nächste Thema: die Stromversorgung von Bürgerhäusern. Deshalb heiße es, Menschen für die Feuerwehr zu gewinnen.
Susanne Sturm, Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, stellte heraus, als Verband sei man in den verschiedenen digitalen Medien präsent und arbeite daran, dass die Feuerwehr gesehen werde.
Anerkennung und Beförderung
Anerkennungsprämie des Landes Hessen: Für zehn Jahre Dienstzeit: Yannik Dahlmann (Meiches), Jan-Luca Schindler (Eichelhain), Fabian Schößler (Eichelhain), Philipp Stojanek (Eichenrod), Sonja Tamm (Dirlammen), Thorsten Wrona (Dirlammen). Für 20 Jahre: Thorsten Roth (Dirlammen), Kevin Tamm (Dirlammen). Für 40 Jahre: Thomas Jöckel (Eichenrod).
Beförderungen: Alexander Greb (Eichenrod) zum Löschmeister, Florian Stier (Meiches) zum Oberlöschmeister, Maximilian Stier zum Oberlöschmeister, Lukas Rausch (Engelrod) zum Hauptlöschmeister, Pascal Fischer (Engelrod) zum Oberbrandmeister.