Ein warmer Geldregen kann sich in den kommenden Jahren über Lautertal ergießen, wenn das eintritt, was jetzt in der Sitzung des Lautertaler Gemeindeparlamentes vorgestellt wurde - nämlich nach 30 Jahren Einnahmen für die Gemeinde Lautertal in Höhe von 46,1 Millionen Euro.
Voraussetzung ist, dass im Rahmen von Repowering-Maßnahmen acht neue und größere Windkraftanlagen errichtet werden. Fünf davon auf Flächen der Gemeinde Lautertal. Von der VSB-Gruppe waren vom Regionalbüro Kassel Michael Kapsa und Tim Griesbach gekommen und präsentierten ihr Unternehmen als »Ihr Wegbereiter für erneuerbare Energien«.
Angenommen werden laut VSB acht Windkraftanlagen mit einer Leistung von gesamt 144 178 Megawatt bei einer Einspeisevergütung zwischen 9,1 und zehn Cent. Der Flächenanteil nach §6 EEG beträgt für die Gemeinde Lautertal 86 Prozent, und der Rest der notwendigen Pflege soll von privater Seite kommen. Auch hier seien Einnahmen für diesen Personenkreis möglich. Im ersten Jahr sollen nach §6 EEG 247 986 Euro für die Gemeinde anfallen und zusätzlich Pachteinnahmen von 759 952 Euro; rund 1.000.000 Euro im ersten Jahr. Doch die VSB-Gruppe ist nicht der einzige Interessent, der sich dieses Windkraft-Filetstück sichern möchte, bereits zwei andere Anbieter haben den gemeindlichen Vertretern ihre Berechnungen schon erläutert.
Nicht nur die Vorstellung des VSB-Projekts, sondern auch ein Beschluss war bei der Sitzung des Lautertaler Gemeindeparlaments vorgesehen: Dieser sah eine Überweisung in den Haupt- und Finanzausschuss auf Antrag von Andreas Georg vor; auch Richard Golle sah noch Beratungsbedarf. Mit sechs Jastimmen, zwei Neinstimmen und vier Enthaltungen geht es nun erst einmal in den Ausschuss, bevor letztendlich entschieden wird, welcher der drei Anbieter den Zuschlag bekommen wird.
Hans-Jürgen Herbst, Vorsitzender der Gemeindevertretung, wollte den genannten Betrag von bis zu zehn Cent pro Kilowattstunde so nicht gelten lassen. Seiner Meinung nach müsse man von sechs bis sieben Cent ausgehen. Er schlussfolgerte ebenso, dass die ab dem 20. Jahr anfallende Gewerbesteuer in Höhe von 3 105 810 Euro einen Gewinn von 50 Millionen Euro bedeuten würde, was bei den beiden Firmenvertretern kurzfristige Sprachlosigkeit und dann ein Nicken hervorrief.
Interessant auch noch weitere Ausführungen von Michael Kapsa, wonach er »50 Hektar unter Vertrag« ohne Gemeindefläche habe. Von 120 Eigentümern habe er 86 schon besucht und 35 überzeugt.
Überzeugt sind die Gemeindevertreter auch davon, dass man die Thematik nicht auf die »lange Bank« schieben sollte. Deshalb soll es noch eine Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 12. Februar geben, und nach einer kurzen Pause im Anschluss daran soll das Gemeindeparlament darüber entscheiden, welches Unternehmen die angedachte Repowering-Maßnahme durchführen wird.
Einstimmigkeit herrschte unter den Gemeindevertretern darüber, gemeinsam mit Hessen Mobil die Ortsdurchfahrt in Hopfmannsfeld zu erneuern. Dabei sollen auch die Gehwege, die Wasserleitung und punktuell der Kanal sowie der Straßenbelag erneuert werden. Im Rahmen der Submission (die Angebotsabgabe der Bieter:innen im Rahmen der Ausschreibung) muss die Gemeinde selbst 535 000 Euro für die Gehwege aufwenden.
Für Kanal- und Wasserversorgung liegt das Submissionsergebnis bei rund 948 000 Euro. Außerdem wurde aus dem Gemeindevorstand berichtet, dass die Schreinerarbeiten beim Anbau am Feuerwehrgerätehaus in Engelrod vergeben wurden. Befasst wurde sich im Gemeindevorstand mit einer Neugestaltung der Titelseite der Lautertal-Nachrichten, die alsbald umgesetzt werden soll, so Bürgermeister Lukas Becker.