Narren ohne Motto ...

Kappenabend in Eichenrod mit „Lottoziehung“ und vielen spontanen Scherzen

„Es war ein schönes Programm“, so eine Eichenröderin nach knapp vier Stunden Unterhaltung und guter Laune beim Kappenabend in Eichenrod. „Narren ohne Motto spielen Theken-Lotto“ prangte in großen Lettern im Hintergrund der Bühne und viele Tippscheine waren auf noch freien Plätzen angebracht. Wer mit dem Motto nichts anfangen konnte, erfuhr schnell, was es damit auf sich hat. Auf die Eintrittsbändchen war eine Nummer aufgemalt worden. So wurde dieses zu einem Tippschein bei der „närrischen Lottoziehung“. Wessen Zahl gezogen wurde, durfte sich über ein Freibier freuen. Zwischen den einzelnen Programmpunkten fanden die Ziehungen statt, und als erster Gewinner wurde der Lautertaler Bürgermeister Lukas Becker gezogen.

Live-Veranstaltungen haben ihren Reiz, es ist nicht alles statisch. Ein Sitzungspräsident, in diesem Fall Jannik Petry, der gut aufgelegt ist. Dann noch spontane Musiker, manch kleines Malheur im Live-Geschehen, dann steigt die Stimmung mit 100-prozentiger Sicherheit in der Narrhalla. Dies alles war in Eichenrod der Fall.

Zu Beginn streikte das Mikrofon von Jannik Petry, dann war ein Einsatz der Musiker „unpassend“, was den Moderator dazu brachte, eine „Strichliste“ führen zu wollen. Zur Erheiterung des Publikums füllte sich diese Liste immer mehr; von beiden Seiten. Ansager und Musiker warfen sich immer wieder „närrische Bälle“ zu und sorgten damit zusätzlich für Stimmung. Musiker Bernd Scheuer ernannte den Sitzungspräsidenten aufgrund seiner glitzernden Kleidung zum „Goldkäppchen“ und auch mit Dirk Hornig, zweitem Musiker an diesem Abend, focht Jannik Petry manch verbalen närrischen Strauß aus. So blieb die Stimmung zwischen den Programmpunkten auf einem hohen Niveau, das Publikum sang begeistert mit, forderte Schunkeleinlagen, und das Programm bot einige Höhepunkte: Was will man mehr?

Nicht nur Mitwirkende aus Eichenrod waren auf der Bühne zu erleben, sondern auch aus Hörgenau oder Dirlammen. Zahlreiche Einwohner aus den Nachbarorten waren ebenfalls gekommen und wollten gemeinsam mit den Eichenrödern feiern, was dann ausgiebig bis weit nach Mitternacht getan wurde.

Nicht nur der Sitzungspräsident zeigte sich im glänzenden Outfit, sondern auch die „Glitter-Girls“, Nachwuchstänzerinnen, die das Bühnengeschehen eröffneten. Danach war die Garde aus Dirlammen an der Reihe. Auch hier wurde wie schon vorher eine Zugabe gefordert.

Die Jugend Eichenrod nahm die Zuschauer mit in einen Lebensmittelladen, wobei sich vor der Kasse ein Disput ergab, weil das Bezahlen länger dauerte, da sämtliche App-Vorteile in Anspruch genommen werden sollten. Schadenfreude ist die größte Freude bei diesem Sketch.

Abwechslungsreich sowohl von tänzerischer als auch optischer Seite war der Schautanz des Männerballetts aus Dirlammen. Passend zu dem Hit „Reiß die Hütte ab“ war das Lied Anlass für die Bauarbeiter, besonders fleißig zu sein.

Sportlich und ein Hingucker war der Schautanz der „Eichenröder Spielerfrauen“, wo die Zugabe ebenfalls begeistert gefordert und natürlich gewährt wurde.

Eine längere Umbauphase vor dem Sketch „Baustelle 2.0“ hatte sich gelohnt. Dabei spielte eine Baugrube eine besondere Rolle. Einige Akteure fielen in die Grube und Zuschauer fragten sich, wie die Truppe es schaffte, dass trotz enger Bühne die Bauarbeiter darin komplett verschwinden konnten. Dies wurde nicht verraten. Der Beitrag gehörte zu den Höhepunkten. Ein toller Vortrag, voller Komik und von den sieben Akteuren super umgesetzt.

Danach wieder etwas zum Schauen beim Schwarzlicht-Schautanz der drei „Neon-Girls“.

Wer bei Alexander Greb und Timo Hansel genau zuhörte, erfuhr beim „Dorfgeschehen“, wer verunfallt, zu schnell unterwegs war oder Umleitungen ignoriert hatte, dass es in Eichenrod müde Rentner gibt, bei einer Fahrt zum Flughafen nach Frankfurt das Datum verwechselt wurde und auch die Frage aufgeworfen wurde: „Wie schnell muss ein Storch wohl fliegen, dass die so schnell die Kinder kriegen?“

Wissen ist nie verkehrt, besonders über Gesundheit. Somit meint ein Vater (Matthias Wiegand), er könne seinen Sohn (Nils Philipp) mit Unterstützung von Ehefrau (Manuela Philipp) und Tochter (Sandra Jöckel) vom entzündeten Blinddarm befreien. Da werden das Messer gewetzt, der Patient „steril“ abgedeckt, Nähgarn zum Verschließen der Wunde bereitgehalten und die Narkose durch hochprozentigen Rum eingeleitet. Dass durch die „Dabbigkeit“ der Tochter nicht der Blinddarm entfernt wird, sondern die Männlichkeit des Sohnes, war fast zu erwarten.

Die „Bier-Tornados Eichenrod“, sprich das Männerballett, setzten als Seemänner einen glanzvollen Höhepunkt und Abschluss des Programms; passend dazu bekannte Seemannslieder.