Keine Chance für „böse Geister“

An Silvester war in Eichelhain der „Schimmel“ mit seinen wüsten Gestalten unterwegs.

Richtig gefordert ist seit Jahren die Eichelhainer Dorfjugend am letzten Tag des Jahres, denn an Silvester ist dort der „Schimmel“ unterwegs. „Wüste Gestalten“ sind an diesem Tag in Eichelhain unterwegs, um in der dunklen Jahreszeit die sich herumtreibenden Geister zu vertreiben. Dies geschieht nicht ohne Eigennutz, denn die Figuren werden für ihre Bemühungen mit Essbarem, Trinkbarem aber auch Geld belohnt. Mit lauten Trompetenklängen kündigten sich der Schimmel (Nils Stein), der Strohbär (Niklas Luft), Bärführer (David Stertz), der Kassierer (Felix Wahl), der Feuerwehrmann (Mika Ruppel), der Clown (Fiona Schwarze), das Pärchen (Lennard Eichenauer und Eva Hofheinz) sowie der Trompeter (Hanna Hofheinz) an.

Der Tag begann für die Jugendlichen um zehn Uhr, als sich alle in der Scheune von „Wahls“ trafen, um sich für das „Geistervertreiben“ zu verwandeln. Ein festes Procedere, wie die Verteilung der Figuren abläuft, gibt es dabei nicht. Dies ist unter anderem davon abhängig, wie viele Jugendliche zusammenkommen. Zu Beginn werden aber oftmals die wichtigsten Figuren wie Schimmel und Bär sowie Bärführer festgelegt. Viel Zeit ist notwendig, um den Strohbär zu wickeln, dem sicherlich die körperlich schwerste Aufgabe zukommt, da er ziemlich viel an Gewicht auf der Dorfrunde mit sich schleppen muss.

Die Eichelhainer freuen sich auf den Besuch vom „Schimmel und seinen Begleitern“, diese werden oftmals auch hereingebeten. Deshalb dauerte es in diesem Jahr etwas länger, bis die Gruppe sich in der Garage von Thomas Ruppel einstellte. Um sich dort für den Rest der Tour durch das Dorf nicht nur aufzuwärmen, sondern gleichzeitig wieder etwas Kraft zu tanken. Für „Schimmel“ Niklas Luft wird es das letzte Mal sein. Mit 30 Jahren wird für ihn Schluss sein. Er berichtet, dass ihm der Rücken schon ziemlich weh tue an diesem Nachmittag. Auch die anderen genießen die Erholung, sind dankbar für die Stärkung, die Conny Ruppel zur Verfügung gestellt hat. Auch Glühwein findet aufgrund der winterlichen Temperaturen einige Abnehmer. Das gilt auch für die anderen Personen, die sich ebenfalls in der Garage der Familie Ruppel eingefunden haben, um damit ihre Verbundenheit mit der Dorfjugend zu zeigen und sich gleichzeitig an die eigene Jugendzeit zu erinnern. Conny Ruppel erinnert sich, dass sie damals beim „Schimmel“ nicht dabei sein durfte. Denn Mädchen und Auswärtige waren ausgeschlossen. Da es in Eichelhain nicht mehr genügend Jungen gebe, dürften aber mittlerweile auch Mädchen und Auswärtige bei der Geistervertreibung dabei sein, ist zu erfahren.

Denn am Ende des Tages steigen die Jugendlichen gemeinsam in die Silvesterfeier ein. Je größer die Anzahl der Gäste bei einer solchen Feier ist, umso schöner ist diese auch in der Regel. Weil sich die Eichelhainer spendabel gezeigt hatten, dürfte das Geld sicherlich mehr als nur ein Grundstock für die Silvesterfeier gewesen sein.