Kein großer Unterschied

Investor oder Eigenfinanzierung? Ausschuss soll nun über Kita-Neubau-Varianten beraten.

Gerne hätten sich die Lautertaler Gemeindevertreter von Jörg Preuß, Mitarbeiter des Büros Schüllerman und Partner, etwas mehr Licht „ins Dunkel“ der Baukosten für einen neuen Kindergarten gewünscht, doch die Technik spielte nicht mit, sprich: Die Projektion der Zahlen auf die Leinwand funktionierte nicht. Nach seinem Vortrag versicherte er den Gemeindevertretern, dass ihnen das Zahlenwerk im Nachgang zur Verfügung gestellt werde.

Die Zusammenfassung von Preuß bezüglich der beiden Varianten – ein Mietmodell über einen Investor oder einen eigenfinanzierten Neubau – lautete: „Es gibt keinen großen Unterschied.“ Eine Anmietung würde die Gemeinde zwischen neun Millionen und zehn Millionen Euro kosten. Preuß bezifferte den anfänglichen Mietzins ab Inbetriebnahme im Jahr 2029 pro Jahr auf 425.000 Euro. Bei einer Erhöhung der Miete von 2,6 Prozent pro Jahr liege die jährliche Belastung nach 30 Jahren bei 618.000 Euro. Längere Mietverträge würden nicht abgeschlossen. Danach müsste neu verhandelt werden, und unklar sei auch, wie sich die Reparaturkosten entwickeln würden und wer dafür aufkommen müsse. Antworten auf die Frage nach der Finanzierungsvariante sollen nun im Haupt- und Finanzausschuss sowie Bauausschuss gefunden werden. Die erste Sitzung wurde auf den 16. September terminiert. Einige Gemeindevertreter vermuten aber bereits, dass eine Sitzung wohl nicht ausreichen werde.

Denn auch mit dem Antrag der CDU-Fraktion zum „Finanzplan Kindergarten“, der in den Ausschuss verwiesen wurde, gilt es dort, sich zu befassen. Die CDU fordert, dass die Gemeindevertretung zeitnah „einen belastbaren und nachvollziehbaren Finanzierungsplan“ für das Gesamtprojekt vorlegt und dabei auch sämtliche Investitions-, Finanzierungs- und Folgekosten darstellt sowie mögliche Fördermittel, Zuschüsse sowie alternative Finanzierungsmodelle aufzeigt. Die finanziellen Auswirkungen des Vorhabens auf den Gemeindehaushalt und die künftige Verschuldung der Gemeinde sollen so transparent dargestellt werden.

CDU-Fraktionssprecher Patrick Heil hatte nachgerechnet, was der Neubau des Kindergartens für die Bürger bedeuten könnte. Es müssten pro Jahr und pro Einwohner 200 Euro mehr an Einnahmen erzielt werden; dies sei über einen längeren Zeitraum nur mit einer Erhöhung der Grundsteuer zu finanzieren. Die CDU habe sich für einen Neubau aufgrund des vorliegenden Zahlenmaterials entschieden; ob sich dies für die Sanierung im Bestand weiter so darstelle, hinterfragte Heil. Er forderte eine Überprüfung des damals vorgelegten Zahlenmaterials.

Zusätzlicher Gesprächsbedarf dürfte sich auch durch den Besuch des Kindergartenneubaus in Steinau seitens der Lautertaler SPD-Fraktion ergeben. Die modulare Bauweise sowie die dadurch möglichen Erweiterungsmöglichkeiten als auch die kurze Bauzeit haben den Besuchern aus dem Vogelsberg gefallen.

Weitere Abstimmungen verliefen ohne Diskussionen: Genehmigt wurde einstimmig der Jahresabschluss 2024 nach Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt des Vogelsbergkreises, und die Entlastung wurde erteilt. Im Beteiligungsbericht für das Jahr 2025 wurde darüber informiert, dass die Gemeinde Lautertal zu 50 Prozent an der Energie Lautertal beteiligt ist. Zur Kenntnis gegeben wurde, dass die Gemeinde Lautertal einen Bescheid als Zuweisung vom kommunalen Finanzausgleich in Höhe von 5.000 Euro erhalten hat.

Die CDU-Fraktion hatte außerdem wissen wollen, „welche interkommunalen Kooperationen und Zusammenarbeiten derzeit zwischen der Gemeinde Lautertal und anderen Kommunen bestehen“. Die CDU-Fraktion interessierte sich auch für die damit verbundenen Kosten. 13 Kooperationen seien es derzeit, hieß es in der Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der CDU. Der Jahresbeitrag für die Touristische Arbeitsgemeinschaft betrage 1.113,50 Euro, der Betrieb der Kindertagesstätte in Engelrod koste rund 700.000 Euro, die Gutschriften für den gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk bewegten sich in den vergangenen Jahren zwischen 130 und 3.700 Euro. Die Gewerbeüberwachung koste die Gemeinde 200 Euro. Der Jahresbeitrag für die Forstbetriebsgemeinschaft Vogelsberg habe 259 Euro betragen; zuletzt seien noch Vermarktungskosten für Holzverkauf zwischen 700 und 5.600 Euro hinzugekommen. Die Verbandsumlage für den Zweckverband Naturpark „Vulkanregion Vogelsberg“ liege bei 4.500 Euro; der Jahresbeitrag für die Vulkanregion Vogelsberg Tourismus bei 2.080 Euro. Die Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Stadt Ulrichstein und der Verwaltung von Ulrichstein wurde mit null Euro angegeben.

Ehrungen nachgeholt

Vier ehemalige Gemeindevertreter beziehungsweise Gemeindevorstandsmitglieder, die bei der vorangegangenen Sitzung des Lautertaler Parlaments nicht anwesend sein konnten, wurden nun nachträglich noch durch den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Hans-Jürgen Herbst, und Bürgermeister Lukas Becker offiziell geehrt und verabschiedet – samt Urkunde und Präsent.

Christel Lang aus Hopfmannsfeld war von 2006 bis 2011 und erneut von 2016 bis 2026 im Gemeindevorstand tätig. Ingo Mürb aus Engelrod war von 2016 bis 2021 Gemeindevertreter und von 2016 bis 2026 Beigeordneter. Sandra Mürb aus Engelrod war von 2016 bis 2026 in der Gemeindevertretung. Von Mai 2022 bis 2026 war Dorothea Spornitz aus Hopfmannsfeld Mitglied der Gemeindevertretung .