Die im Lauterbacher Anzeiger bzw. Oberhessischen Zeitung veröffentlichte Auswertung des sogenannten „Gemeindechecks“, in der Lautertal auf Rang 9.846 von 10.817 Kommunen eingeordnet wird, vermittelt aus Sicht der Gemeinde ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Lebensqualität vor Ort.
Derartige Rankings basieren auf statistischen Kennzahlen und einer sehr begrenzten Befragungsgrundlage. Sie können die tatsächlichen Gegebenheiten und die Lebensrealität der Menschen in unserer Region nur unzureichend abbilden.
Lautertal verfügt über eine evangelische Kindertagesstätte sowie eine Grundschule und bietet damit jungen Familien wichtige Bildungs- und Betreuungsangebote direkt vor Ort. Beim Glasfaserausbau nimmt unsere Gemeinde mit einer Ausbauquote von rund 70 Prozent eine Spitzenposition im Vogelsbergkreis ein. Auch die Mobilfunkversorgung ist bei den meisten Anbietern bereits heute gut.
Die medizinische Versorgung wird derzeit durch die in benachbarten Kommunen ansässigen Ärztinnen und Ärzte sichergestellt. Das nächstgelegene Krankenhaus ist innerhalb von rund zehn Minuten erreichbar. Weiterführende Schulen, Schwimmbäder und zahlreiche Freizeitangebote befinden sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe und sind für die meisten Bürgerinnen und Bürger problemlos erreichbar. Menschen mit eingeschränkter Mobilität können zudem auf das Angebot der Nachbarschaftshilfe Lautertal zurückgreifen, das einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe leistet.
Die Ergebnisse unserer eigenen Bürgerbefragung zeichnen zudem ein völlig anderes Bild als das veröffentlichte Ranking. Die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit den Bereichen Versorgung, Ortsqualität und Mobilität liegt – je nach Themenfeld – zwischen 75 und 100 Prozent und dokumentiert damit eine sehr hohe Zufriedenheit mit den Lebensbedingungen in unserer Gemeinde. Darüber hinaus gaben mehr als 70 Prozent der Befragten an, sich stark mit Lautertal verbunden zu fühlen und hier gerne zu leben. Diese Ergebnisse stammen von den Menschen, die ihren Alltag in unserer Gemeinde verbringen, und spiegeln die tatsächliche Wahrnehmung vor Ort wider.
Bürgermeister Lukas Becker erklärt hierzu:
„Die Lebensqualität einer ländlichen Kommune lässt sich nicht allein anhand statistischer Kennzahlen bewerten. Entscheidend ist, wie die Menschen ihre Heimat erleben – und genau das zeigt unsere Bürgerbefragung eindrucksvoll. Die hohe Zufriedenheit unserer Bürgerinnen und Bürger sowie ihre starke Verbundenheit mit Lautertal sprechen eine deutlichere Sprache als ein statistisches Ranking. Deshalb hätte ich mir gewünscht, dass vor der Veröffentlichung einer solch weitreichenden Bewertung das Gespräch mit den betroffenen Kommunen gesucht worden wäre. Nur so hätten die statistischen Ergebnisse mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort abgeglichen und ein realistischeres Gesamtbild vermittelt werden können. Wir sind stolz auf Lautertal und den Vogelsbergkreis. Gemeinsam arbeiten wir jeden Tag daran, unsere Heimat weiterzuentwickeln und ihre hohe Lebensqualität für kommende Generationen zu sichern.“
Gerade im ländlichen Raum ist Lebensqualität weit mehr als die bloße Anzahl von Einrichtungen innerhalb der eigenen Gemeindegrenzen. Kurze Wege in die Natur, ein starkes Vereinsleben, engagierte Ehrenamtliche, eine funktionierende Dorfgemeinschaft und die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen sind Faktoren, die sich statistisch kaum erfassen lassen, für die Menschen vor Ort aber von großer Bedeutung sind.
Besonders kritisch sehen wir die Aussagekraft der zugrunde liegenden Befragung. Nach Angaben der Studie wurden bundesweit rund 5.500 Menschen befragt. Bezogen auf die 10.817 Kommunen in Deutschland entspricht dies rechnerisch durchschnittlich gerade einmal 0,5 Befragten je Kommune. Vor diesem Hintergrund stellt sich die berechtigte Frage, wie repräsentativ ein solches Ranking tatsächlich sein kann. Hinzu kommt, dass sich die Strukturen der Kommunen, ihre Zuständigkeiten und die finanziellen Rahmenbedingungen zwischen den Bundesländern erheblich unterscheiden. Ein direkter Vergleich wird diesen unterschiedlichen Voraussetzungen nur bedingt gerecht.
Die Städte und Gemeinden im Vogelsbergkreis arbeiten gemeinsam und kontinuierlich daran, die Lebensbedingungen für ihre Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern. Gerade in den vergangenen zehn Jahren wurden zahlreiche Projekte umgesetzt – von der Digitalisierung über den Ausbau der Infrastruktur bis hin zur Stärkung von Bildung, Mobilität und Daseinsvorsorge. Diese positive Entwicklung findet in pauschalen Rankings kaum Berücksichtigung.
Anstatt ländliche Regionen durch statistische Auswertungen in ein negatives Licht zu rücken, wäre es zielführender, die Herausforderungen gemeinsam mit den Kommunen anzugehen und die Menschen vor Ort stärker einzubeziehen. Denn sie wissen am besten, was ihre Heimat ausmacht und wo weiterer Handlungsbedarf besteht.
Wir sind stolz auf Lautertal und den Vogelsbergkreis. Unsere Heimat zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität, eine einzigartige Naturlandschaft, starke Gemeinschaften und engagierte Menschen aus. Wer hier lebt, weiß die Vorzüge des ländlichen Raums zu schätzen: Erholung direkt vor der Haustür, ein sicheres Umfeld, kurze Wege innerhalb der Region und eine hohe Lebensqualität.
Wir lassen uns diese Stärken nicht durch ein statistisches Ranking absprechen. Vielmehr werden wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern auch weiterhin daran arbeiten, Lautertal und den Vogelsbergkreis zukunftsfähig weiterzuentwickeln – mit Augenmaß, Engagement und dem klaren Blick auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen vor Ort.