Eine neue Kita für Lautertal

Entscheidung gefallen: Gemeindevertretung gibt grünes Licht für Neubau an Grundschule.

Es ist eine Frage, die die Lautertaler Politik schon lange umtreibt: Soll der evangelische Kindergarten Regenbogenland für die Aufnahme einer fünften Betreuungsgruppe am derzeitigen Standort erweitert und umgebaut werden, oder baut man gleich neu. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung wurde nun die Richtung – am Ende einstimmig – festgelegt: Es soll einen Neubau geben.

Leicht haben sich die Gemeindevertreter die Sache nicht gemacht. Kein Wunder, denn es stehen große Summen im Raum: Allein vom Volumen her, dürfte ein Neubau in der Nachbarschaft der Grundschule in Engelrod mit Baukosten von rund 5,9 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Ein Votum pro Neubau deutete sich bereits an, als HFA-Vorsitzender Thomas Hansel (SPD) die mehrheitlich gefällte Empfehlung des Ausschusses für einen Neubau präsentierte. Gerade die CDU stand dieser Variante aufgrund der Kosten lange Zeit eher skeptisch gegenüber und hatte nachdrücklich auf Vorlage verlässlicher, detaillierter Kosten-Schätzungen gepocht.

Diese legte Bürgermeister Lukas Becker nun vor. Obwohl ein Umbau am jetzigen Standort zunächst „nur“ Baukosten in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro umfassen würde, schlug am Ende der Gegenüberstellung der Kosten, welche die Gemeinde am Ende durch Kredite zu finanzieren hätte, ein Neubau mit rund 3,1 Millionen Euro als kostengünstigere Variante zu Buche, während ein Umbau mit rund 3,3 Millionen veranschlagt wurde.

Ausschlaggebend hierfür, so Becker, sei eine 30-prozentige Landesförderung für den Aus- und Neubau, die allerdings nur für einen Neubau fließe. Da bei einem Umbau des alten Gebäudes lediglich der notwendige Anbau gefördert würde und nicht die Gesamtmaßnahme. Diese Förderung, die rund 1,4 Millionen Euro umfassen wurde, gerechnet von rund 4,7 Millionen Euro förderfähigen Baukosten, schlug daher auf der Haben-Seite der Neubau-Variante kräftig zu Buche.

Denn alleine mit einem Anbau wäre es am Bestandsgebäude bei weitem nicht getan. Ein Umbau müsste natürlich den aktuellen Ansprüchen um Vorschriften genügen, so Becker. Hinzu käme für einen Zeitraum von rund zwei Jahren auch eine Übergangs-Kita in Form einer Containerlösung, die zusammen mit den benötigten Anschluss- und Errichtungskosten rund 480.000 Euro kosten würde.

Unterbrechung der Sitzung

Vor der finalen Abstimmung hatte die CDU-Fraktion noch eine Sitzungsunterbrechung zwecks Beratung beantragt. Als dann die Sitzung fortgesetzt wurde, ergriff CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Georg das Wort, und bedankte sich zunächst für die vorgelegten „nachvollziehbaren Zahlen“. Zahlreiche Forderungspunkte der CDU konnte er daraufhin in seinem kurzen Statement erfolgreich abhaken. Die Frage, die der Bürgermeister noch nicht beantwortet hatte, nämlich, ob und wie die Gemeinde kostentechnisch in die Abwicklung des Bestandsgebäudes involviert würde, beantwortete Christoph Frenk, Geschäftsführer der GüT (Gemeindeübergreifende Trägerschaft) vom evangelischen Dekanat Vogelsberg. Er versicherte, dass bei einem Neubau, da ja der Betriebsvertrag fortgeführt werde, die Kirchengemeinde über die Zukunft des alten Gebäudes entscheide. Der Gemeinde entstünden dabei keine Kosten.

Würde man mit dem Investor, mit dem die Gemeinde in Kontakt steht, den Neubau errichten, würde dieser eine Miete in Höhe von 400.000 Euro im Jahr erhalten, bis die Baukosten abbezahlt worden seien und das Gebäude in Gemeindebesitz übergehe, wie bei einem Mietkauf, erläuterte der Bürgermeister außerdem.

Für die SPD versicherte Fraktionsvorsitzender Thomas Hansel, dass man in dieser Frage nie „leichtsinnig siebenstellige Beträge“ in die Hand habe nehmen wollen, doch „viele Überlegungen und Argumente stützen unsere Meinung“ für einen Neubau. „Nun hoffen wir auf eine gemeinsame Entscheidung in dieser wichtigen Sache“, betonte Hensel. Für die UBG signalisierte Dorothea Spornitz ebenfalls Unterstützung für die Neubaupläne an der Grundschule.

Am Ende war es dann so weit und der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Hans-Jürgen Herbst, konnte das einstimmige Votum für den Neubau verkünden.