Anspruchsvolle Großübung

150 Kräfte von Feuerwehr und DRK proben den Ernstfall.

Eine Grillparty in den riedeselischen Waldungen zwischen Dirlammen und Frischborn lief völlig aus dem Ruder. Das war das Szenario einer Großübung der Katastrophenschutzzüge aus Freiensteinau, Grebenhain, Herbstein, Wartenberg und Schlitz, des DRK Lauterbach und der Drohnenstaffel des DRK Grebenhain. 

Jugendliche, die dort feierten, passten nicht auf und es entstand ein Waldbrand. Obwohl die Jugendlichen versuchten, dem Feuer Herr zu werden, entwickelte sich die ganze Sache zu einem größeren Einsatz, denn Gasflaschen, die die Jugendlichen mitgebracht hatten, explodierten und führten zu teilweise schweren Verletzungen. Die herbeigerufene Freiwillige Feuerwehr Lautertal musste sich erst um die Verletzten kümmern, sodass sich das Feuer immer mehr ausbreitete und weitere Einsatzkräfte angefordert werden mussten. Die Katastrophenschutzzüge aus Freiensteinau, Grebenhain, Herbstein, Wartenberg und Schlitz unterstützten die Löscharbeiten und sorgen dafür, dass das notwendige Löschwasser über weitere Strecken an die Brandstelle herangeführtwerden konnte. Zur Sicherstellung des Löschwassers kamen Güllefässer zum Einsatz, und es wurde auch ein Faltbehälter für Wasser errichtet. 

Mit mehreren Fahrzeugen war die DRK Bereitschaft Lauterbach dabei, und die 15 Personen kümmerten sich um die bis dato drei Verletzten. Erschwerend kam hinzu, dass die Verletzten sich seitlich der Straße fanden und sich die Bergung somit anspruchsvoller gestaltete. 

In Gesprächen erfuhren die Rettungskräfte, dass zwei weitere Personen vermisst wurden. Die herbeigerufene Drohnenstaffel des DRK Grebenhain nahm dann die Personensuche auf, und nach kurzer Zeit konnte eine Person gefunden und an den Rettungsdienst übergeben werden. Die weitere vermisste Person führte allerdings zu einer längeren Personensuche durch die Feuerwehreinsatzkräfte. Gleichzeitig liefen die Löscharbeiten weiter, wobei sich die Einsatzkräfte auch abwechselten und kurze Erholungspausen so möglich wurden. Im Einsatz war auch der Einsatzleitwagen 2 des Vogelsbergkreises. An der Übung, die der Zugführer des Katastrophenschutzzuges Lautertal Kevin Tamm mit seinem Team Danny Tamm, Dennis Philipp, Pascal Fischer und Björn Seling ausgearbeitet hatte, verzeichnete insgesamt rund 150 Übungsteilnehmer. Neben Kreisbrandinspektor Marcell Büttner, dem Lautertaler Bürgermeister Lukas Becker, dem Vorsitzenden der Lautertaler Gemeindevertretung Hans-Jürgen Herbst waren auch Riedesel-Revierförster Hubert Frey und sein Revierassistent Lars Bischoff sowie einige Gemeindevertreter vor Ort und verfolgten das Übungsgeschehen. Sie zeigten sich von dem, was sie an technischem Gerät sahen, aber auch dem Können der Einsatzkräfte, sehr angetan. Nach Ende der Übung fasste Einsatzleiter Pascal Fischer den Übungsverlauf zusammen und zog ein äußerst positives Fazit.

Bürgermeister Becker dankte sowohl den motivierten Einsatzkräften als auch den Landwirten, die ihre Güllefässer und Traktoren zur Verfügung gestellt hatten. Besonders erwähnte er die Familie Rollwagen aus Hopfmannsfeld, die es der Feuerwehr ermöglichte, insgesamt 700 000 Liter Löschwasser aus einer ehemaligen Güllegrube zu verbrauchen. Die Feuerwehr könne bei Bedarf immer wieder das vorgehaltene Löschwasser nutzen, freute sich der Bürgermeister.