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"Xynthia" hat ihre Spuren hinterlassen
Nach dem Sturm erfolgt nun die Aufarbeitung im Forstamt Schotten - Kein Vergleich mit "Kyrill".
Forstamtsleiter Dr. Berndt Ott und seine Mitarbeiter wirken gelassen. Der Sturm "Xynthia" hat zwar erheblichen Schäden verursacht, deren Ausmaß aber deutlich geringer ist als die Auswirkungen, die seinerzeit "Kyrill" im Januar 2007 verursachte.
Nach einer vorläufigen ersten Schätzung sind mit rund 80 000 bis 100 000 Festmeter Windwurf - beziehungsweise Windbruchholz zu rechnen, davon etwa ein Zehntel Buchenholz, wie der Forstamtsleiter bei einer Ortsbegehung mitteilte. Staatliche, kommunale und private Waldbesitzer seien gleichermaßen von den Schäden betroffen.
Unmittelbar am Wochenbeginn haben die Aufräumarbeiten begonnen. Nahezu alle verfügbaren Kräfte sind im Einsatz, auch die Auszubildenden Jan Uwe Störmer, Michael Kaib und Marian Emrich, die unter der Leitung von Forstwirtschaftsmeister Otto Hainz stehen. "Solch eine Situation ist auch eine wertvolle Erfahrung im Rahmen ihrer Ausbildung", ist sich Ott sicher.
"Wir haben eine krisenerprobte Mannschaft von professionellen Waldarbeitern", betont der Forstamtsleiter weiter mit Blick auf sein 23-köpfiges Team, das im Forstamt Schotten tätig ist.
Erste und vordringlichste Maßnahmen sind das "Aufschneiden" der Wege, um den Wald wieder befahrbar zu machen und die Infrastruktur herzustellen. Erst dann lässt sich das ganze Ausmaß der Schäden wirklich ermitteln. Allerdings sind so gewaltige Schadensnester wie bei Kyrill diesmal nicht zu beobachten, vielmehr einzelne oder in kleinere Gruppen umgestürzte Bäume. Während in tieferen Lagen wie im Raum Schotten eher Windwurfschäden - hier sind die Bäume samt dem Wurzelteller umgefallen - zu verzeichnen sind, herrschen in den Hochlagen des Oberwaldes Windbruchschäden vor. Offensichtlich hat hier der noch gefrorene Boden den Wurzeln verstärkten Halt gegeben, so dass durch die Windgewalten die Stämme abgebrochen sind.
Bei den Aufräumungsarbeiten ist ein gewisser Zeitdruck vorhanden, denn etwa ab Mitte April wird der Borkenkäfer aktiv, und außerdem beginnt in Kürze auch die Brutzeit vieler Zugvögel. Dann muss aus Gründen des Vogel- und Naturschutzes in unmittelbaren Brutbereichen die Arbeit eingestellt werden. Zuerst, so Ott, wird die Buche aufgearbeitet, denn deren Holz ist verderblicher als das der Nadelhölzer und verliere bereits nach einem Vierteljahr Liegezeit deutlich an Wert.
Wegen des geringeren Schadensausmaßes gegenüber "Kyrill" sind im Forstamt hektische Maßnahmen unterblieben. So wird beispielsweise eine großflächige Durchforstung eines Buchenbestandes im Revier von Förster Helmut Daniel zunächst zu Ende geführt, bevor das Waldarbeiterduo Thorsten Schlemmer und Esa Hippinen an die Aufarbeitung der Sturmschäden geht. Nach und nach werden dann auch Unternehmer vorrangig aus der heimischen Region eingesetzt, um die Aufräumungsarbeiten zu beschleunigen. Bei der Aufarbeitung der Fichte wird dabei der maschinelle Einsatz im Vordergrund stehen.
Entwarnung kann Ott bezüglich den Erlöschancen für das Sturmholz geben, denn Einbußen seien nicht zu erwarten. "Die heimische Sägeindustrie ist aufnahmefähig, die Menge des vom Sturm betroffenen Holzes stellt kein Problem dar. Auch haben wir schon Anfragen aus dem süddeutschen Raum, wo `Xynthia` überhaupt keine Schäden angerichtet hat", so der Forstamtsleiter. Als Segen erwiesen sich die Rahmenverträge, die Hessen-Forst geschlossen habe und die sichere Absatzmöglichkeiten böten, auch für die kommunalen und privaten Waldbesitzer.
An die Adresse der Waldbesucher gerichtet, gab der Forstamtsleiter die dringende Bitte aus, Waldbereiche, in denen gearbeitet wird, nicht zu betreten. Das Gleiche gelte für gesperrte Wege oder Windwurfnester. Da die umgestürzten Bäume hier meist unter Spannung stünden, bestehe Lebensgefahr. Die Privatwaldbesitzer sollten unter Spannung stehende Bäume nicht selbst aufarbeiten, mahnte Ott. "Das ist Sache von Profis", so der Forstamtsleiter. Entwarnung gab er für die Loipen im Bereich Taufstein, die wieder ungehindert nutzbar seien und wo noch bis zu einem halben Meter Schnee liegt.
06.03.2010
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