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"Vielfalt tut gut" findet bundesweite Beachtung
Akteure ziehen am 25. Oktober eine Zwischenbilanz nach dem ersten Jahr.
Mit 25 einzelnen Projekten hat sich "Vielfalt tut gut" im Vogelsberg sehr gut entwickelt. Die Initiative für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus wird am Samstag, dem 25. Oktober, ab 9.30 Uhr in einer öffentlichen Veranstaltung in der Lauterbacher Vogelsbergschule eine erfolgreiche Bilanz ihres ersten Jahres ziehen können. Die Aufmerksamkeit für die Vogelsberger Projekte reicht bis nach Berlin und in andere Bundesländer.
"Vielfalt tut gut" wird von der Bundesregierung mit 100 000 Euro im Jahr über drei Jahre hinweg unterstützt. Die regionalen Projekte müssen deshalb bestimmte Anforderungen erfüllen. Der Vogelsbergkreis verteilt die Fördermittel, ist aber selbst kein Projektträger. Beim Jugendamt wurde eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die bei der Entscheidung über Projekte von einem Begleitausschuss unterstützt wird. Außerdem werden die Projekte wissenschaftlich begleitet. Für Hessen ist Katja Stephan von der Berliner Camino-Werkstatt zuständig.
Sie ist sehr angetan von den Vogelsberger Projekten. Ihre wichtigste Aufgabe sieht sie darin, vorbildliche Projekte bei den anderen Teilnehmern der bundesweiten Initiativen bekannt zu machen. "Es ist ganz wichtig, dass gute Ideen und Projekte ausgetauscht werden. Wir haben eine gute Dynamik der Ideen entwickelt." Deshalb hat die Kirtorfer Initiative gegen den Rechtsextremismus ihr Projekt und ihre Erfahrungen bereits in Mecklenburg-Vorpommern vorgestellt.
Die recht aufwändige Begleitung der regionalen Projekte begründet Katja Stephan mit dem Hinweis, die Auswahl- und Beurteilungsverfahren für die Projekte sollten vergleichbar sein. Eine einheitliche Auswertungsmöglichkeit sei letztlich auch wichtig für die Akteure selbst. Aber auch die Steuerzahler hätten ein Recht darauf, dass sorgsam mit den Steuergeldern umgegangen werde.
Silvia Lucas von der Koordinierungsstelle und ihr Kollege Thomas Luft weisen vor allem darauf hin, dass nahezu alle wichtigen Bereiche mit Projekten abgedeckt werden. "Nur die Wirtschaft fehlt uns noch." Wichtig sei in der ersten Phase gewesen, den Informationsfluss zwischen den Projektträgern in Gang zu bringen. Dabei habe der Kreis auf ein bereits bestehendes Netzwerk zwischen den Initiativen aufbauen können. "Das war allerdings sehr informell, was wir dem Ministerium in Berlin erst nahebringen mussten. Wir sehen in solchen Strukturen aber einen klaren Vorteil, weil die Informationen sehr viel schneller laufen können." Inzwischen ist dieses Netzwerk natürlich noch viel weiter ausgebaut worden. Der Fluss an Informationen ist noch besser geworden, der Austausch funktioniert.
Die insgesamt 25 Projekte des laufenden Jahres werden sich am 25. Oktober in sehr kurzen Präsentationen vorstellen können. Anschließend wird es darum gehen, die Projekte für 2009 zu finden. Denn Geld gibt es für die Initiativen grundsätzlich nur für ein Jahr.
Lucas und Luft hoffen darauf, dass im kommenden Jahr vor allem Ideen für die Arbeit mit Jungen und Mädchen in Kindergärten und Grundschulen entwickelt und umgesetzt werden. Denn das ist der zweite Bereich, wo die Vogelsberger Initiative noch Nachholbedarf hat.
18.10.2008
