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Viele Brücken zwischen Städten und Menschen gebaut



LA-Serie "Europa regional" (IV): Städtepartnerschaften im Vogelsbergkreis - Ein Überblick über Verbindungen über die Grenzen hinweg

Brücken zwischen Städten und Regionen zu bauen und Menschen den Alltag von Menschen in anderen Ländern zu zeigen, sind wichtige Ziele der Städteverschwisterungen. Seit fast 50 Jahren gibt es im Vogelsberg Städtepartnerschaften. Ihr Ziel, Völker zu verbinden, haben sie erreicht und erreichen es weiterhin.

Die Stadt Herbstein schloss 1968 mit der belgischen Gemeinde Oelegem bei Antwerpen (heute Teil der Gemeinde Ranst) und 1995 mit der Stadt Héviz in Ungarn einen Partnerschaftsvertrag. Aufgrund dieser Verschwisterungen fanden Schüleraustausche, Vereinstreffen und Familienbesuche statt. Einen großen Anteil hierzu leistet seit einigen Jahren der Partnerschaftsverein mit den beiden Vorsitzenden Christian Janetzko und Erich Brosch.

Die Brauerei-Stadt Lauterbach und der Weinbau-Ort Lézignan in der Corbières in Südfrankreich sind seit 40 Jahren miteinander verschwistert. Am 26. Oktober 1969 unterschrieben in Lézignan Bürgermeister Jacques Ouradou und Bürgermeister Willi Fiedler den Partnerschaftsvertrag, der am 26. Mai 1970 mit einem Festakt in Lauterbach bestätigt wurde. Viele Vereine haben diese Partnerschaft mit Leben erfüllt. Besonders engagiert ist der Partnerschaftsverein mit Gernot Schobert an der Spitze. Ihm gelang es, einen Schüleraustausch zu initiieren, und er machte ein großes Weinzelt, in dem Spezialitäten aus Lézignan verkauft werden, zu einer festen Einrichtung des Volksfestes Prämienmarkt. Im Juni wird in Lauterbach der 40. Geburtstag der Verschwisterung gefeiert.

Der Stadtteil Maar hat mit Cahuzac eine eigene Partnerstadt. Als Lauterbach Kontakt aufnahm mit Lézignan, bemühte sich das damals selbstständige Maar ebenfalls um einen französischen Partner. Am 21. November 1971 wurde von den Bürgermeistern Bernadou und Zinn die Verschwisterungsurkunde in Cahuzac unterzeichnet. Im August 1972 erfolgte in Maar die Bestätigung. Menschen aus Cahuzac und Maar werden sich im Sommer in Paris treffen.

Ausgehend von einem Besuch von Schülern aus der Normandie 1975 an der Vogelsbergschule in Lauterbach, die in Freiensteinau untergebracht wurden, entwickelte sich die Verschwisterung zwischen Freiensteinau und Tourouvre, die dann 1990 offiziell geschlossen wurde. Organisiert wird der Austausch von dem 1983 gegründeten deutsch-französischen Komitee Freiensteinau-Tourouvre und der Gemeinde.

Die mehr als 20-jährige freundschaftliche Verbindung der Schlitzerländer Trachtengruppe und der Trachtengruppe "Nepi Egyuttes Bogyiszlo" aus Bogyiszlo/Ungarn mündete 1997 in eine offizielle Partnerschaft zwischen Schlitz und Bogyiszlo. Bewohner beider Städte besuchen sich bei Trachten- und Volksfesten. Es findet auch ein regelmäßiger Schüleraustausch statt. Darüber hinaus sind schon einige familiäre Freundschaften geknüpft worden.

Adlwang in Oberösterreich und Lautertal sind seit den 1970er Jahren Partner. Begründet wurde die Freundschaft vom Ortsteil Engelrod. Adlwang ist einer der ältesten Marienwallfahrtsorte Oberösterreichs.

Die jüngste Partnerschaft im Kreis kann Antrifttal vorweisen. Seit 2007 besteht die Verschwisterung der Katzenberger mit der italienischen Gemeinde Rosora. Rosora liegt ungefähr 40 Kilometer von der Adria entfernt in der Provinz Marken, besteht aus dem Dorf Rosora und dem Vorort Angeli di Rosora und hat rund 1850 Einwohner. Gepflegt wird die Partnerschaft vom Arbeitskreis Rosora unter Leitung von Bürgermeister Johannes Averdung.

Gleich fünf Patenstädte weist die Nachbarkommune Alsfeld auf. Dänemark, Groß-Britannien, Frankreich, Österreich und die Slowakei sind die Heimatländer der Partnerstädte in chronologischer Reihenfolge. Für die europäischen Bemühungen erhielt Alsfeld 1987 die Ehrenfahne und 1991 die Ehrenplakette des Europarates. Die ersten Verbindungen ging Alsfeld im Jahr 1962 mit dem dänischen Nakskov und dem britischen New Mills ein. Das gut 15 000 Einwohner zählende Nakskov ist die Hauptstadt Lollands. Seit der offiziellen Verschwisterung finden regelmäßig Schüleraustausche statt. Darüber hinaus ist auf der Vereinsebene zwischen Vereinen eine rege Aktivität zu verzeichnen. Seit dem Jahr 1986 besuchen sich die Senioren beider Städte regelmäßig. New Mills liegt in Derbyshire in Mittelengland, etwa 20 Kilometer vor Manchester. Bis zur heutigen Zeit werden gegenseitige Schüleraustausche durchgeführt.

Im Jahr 1974 wurde die Partnerschaft zwischen Alsfeld und Chaville geschlossen. Chaville liegt 13 Kilometer südwestlich des Zentrums von Paris in Richtung Versailles. Der Schüleraustausch war in den vergangenen Jahren ein Hauptfaktor in der partnerschaftlichen Beziehung. Daneben finden aber auch jährliche Treffen zwischen Alsfelder und Chaviller Vereinen statt und auch die Seniorenbesuche finden regelmäßig statt.

Amstetten, die Bezirksstadt im westlichen Niederösterreich, ist seit 1979 Alsfelds vierte Partnerstadt. Allerdings reichen die Verbindungen zwischen den beiden Städte schon weit vor die offizielle Partnerschaft zurück.

Nach der Öffnung Europas entwickelte sich Alsfelds neueste Städtepartnerschaft mit Spisská Nová Ves. Dies liegt im Nordosten der Slowakei zwischen dem slowakischen Erzgebirge und dem gewaltigen Gebirgsmassiv der Hohen Tatra inmitten der Zipser Landschaft. Im April des Jahres 1992 kam es zur offiziellen Verschwisterung. Diese und alle anderen Partnerschaften werden von Nicole Jörg aus der Stadtverwaltung betreut.

Eine partnerschaftliche Verbindung nach Frankreich kann auch Romrod aufweisen. Mit La Coquille ist Romrod seit dem 29. März 1990 verschwistert. Diese kleine Gemeinde mit 1600 Seelen liegt im Norden der Dordogne, 50 Kilometer südlich von Limoges und 50 Kilometer nördlich von Périgueux, der Hauptstadt des Départements. Der Schüleraustausch und die gegenseitigen Gruppenbesuche werden in Romrod vom Förderverein Städtepartnerschaft unter Leitung von Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg und Rudolf Marek organisiert.

Ebenfalls im westlichen Nachbarland Deutschlands ist Homberg mit einer Städtepartnerschaft fündig geworden. Am 6. Juni 1981 wurde die Verschwisterung mit Thouare besiegelt. Der 7000-Seelen-Ort liegt an der Loire. Regelmäßig finden hier gegenseitige Besuche von Schülergruppen und Vereinen statt, für die zum Großteil die Kommission Städtepartnerschaft Homberg-Thouare unter Leitung von Stadträtin Friedericke Fey zuständig ist. Zudem pflegt die Ohmstadt noch eine innerdeutsche Partnerschaft mit dem thüringischen Stadtroda.

Seit dem 24. Juni 1983 sind Kirtorf und das österreichische Kilb verschwistert. Kilb liegt im Melker Alpenvorland, etwa 20 Kilometer südlich von Melk. Die Marktgemeinde hat 2480 Einwohner. Vor allem die Feuerwehren stehen im regen Austausch miteinander. In Kirtorf kümmert sich Reinhold Göllner um die europäische Freundschaft.

Die größte Verschwisterungsbegeisterung besteht in der südlichsten Stadt des Kreises, in Schotten. Zu vier Städten in West- und Südeuropa und zwei Kommunen in Mittelosteuropa unterhält Schotten offizielle partnerschaftliche Beziehungen. Für so viel Engagement hat die Stadt 1996 die Ehrenplakette des Europarates erhalten.

Die Schottener waren es, die die erste Städtepartnerschaft in der Region eingingen. Sie verschwisterten sich 1960 mit Arco. Arco liegt am Nordufer des Gardasees und gehört zur Region Trentino. Seit 1963 ist Schotten mit Crosne, einem Vorort von Paris, und mit dem belgischen Ort Quevaucamps nahe der französischen Grenze verschwistert. Als dieser Ort Stadtteil von Beloeil wurde, erweiterte sich die Partnerschaft auf die neue Großgemeinde.

Die Öffnung Europas nach dem Mauerfall vollzogen die Schottener mit. Seit 1996 sind sie mit Rymarov (Tschechien) - früher Römerstadt - verschwistert und seit 1997 mit dem polnischen Ozimek verbunden. Jüngste Partnerstadt ist seit 2000 Maybole in Schottland. Gepflegt werden allen Verbindungen insbesondere von dem Verschwisterungsverein, den der frühere Bürgermeister Hans Otto Zimmermann führt.

Lauterbacher Anzeiger (vn/hek)
30.05.2009

 

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