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Sportliche Vereinigung bahnt sich an
20 Jahre nach der deutschen Einheit: Sportkreis Lauterbach stellt die Weichen für Vogelsberger Fusion und seine Mannschaft neu auf.
Gut besucht und gut geführt verlief der nur alle drei Jahre stattfindende Kreistag des Sportkreises Lauterbach im Dorfgemeinschaftshaus des Ortsteils Rainrod in der Gemeinde Schotten. Zwei Vereine, der Turn- und Gesangverein Schotten und der Turnverein Rainrod, waren für die Organisation verantwortlich, beide hatten als Grund ihre diesjährigen Jubiläen - der TV Rainrod sein 90. und der TGV Schotten sein 150. Bestehen. Darauf verwies gleich zu Beginn Sportkreisvorsitzender Werner Eifert, der eine Menge von Ehrengästen begrüßen konnte, die gleich anschließend auch ihre Grußworte an die Versammlung der anwesenden 36 Vereine (von möglichen 104) und der fünf Verbände richteten.
Zuvor aber gedachten die Sportvertreter von Schlitz bis Rainrod der in den beiden letzten Jahren verstorbenen Sportkameraden: Robert Heimburg als langjähriger Sportwart des Kreises und Willi Lünzer als VfL-Vorsitzender über 30 Jahre, beide aus Lauterbach.
Acht GrußworteWerner Feick vom ausrichtenden TV Rainrod wies in seinem Grußwort darauf hin, welch wichtigen Beitrag der Sport für die Solidargemeinschaft und die Gesundheitsvorsorge leiste. Mit Stolz stellte er seinen Verein als Vorbild hin, indem er einen eigenen Jugendvorstand gegründet habe.
TGV-Präsident Erwin Mengel hatte auch einige "Highlights" in seiner Begrüßung eingebaut, so unter anderem die neu in Schotten geschaffene Leichtathletik-Anlage, auf der erstmals im Jubiläumsjahr eigene Stadtmeisterschaften durchgeführt werden können. Mengel stellte seine 1400 Mitglieder und 60 Übungsleiter heraus und warb schon einmal für die in Schotten durchgeführten Hessenmeisterschaften, die erste Deutsche Mountainbike-Meisterschaft und die große Sportschau am 21. November mit dem Turner Hambüchen als Höhepunkt. Sein Vorsitzender-Kollege Feick bekam von ihm eine Riesenflasche Sekt überreicht.
Susanne Schaab-Madeisky, Schottens Bürgermeisterin, lobte den multifunktionalen Sitzungssaal, sprach die gewonnene Lebensqualität im Dorf durch den Sportverein an, die gerade im Zuge der demographischen Entwicklung von besonderer Wichtigkeit sei.
Landrat Rudolf Marx stellte seine besondere Verbundenheit mit dem Sport heraus, nicht nur, weil er am gleichen Morgen schon 1000 Meter schwimmend hinter sich gebracht habe, sondern auch durch seine Arbeit in den Gremien des Kreises wie der Sportkommission, die ein wichtiges Bindeglied der Politik zum Sport geworden sei. Der Kreis könne mit Recht als Förderer des Sports auftreten, was die Finanzierung der Sportehrentage, der Sportkreis-Geschäftsstelle und der kostenlosen Nutzung kreiseigener Sportstätten durch die Vereine beweise.
Landtagsabgeordneter Bernd Görig (SPD), selbst 10 Jahre Vorsitzender eines Fußballvereins, wie er sagte, bestärkte ebenfalls die Anwesenden mit dem Hinweis auf die äußerst wichtige Funktion der Sportvereine in Sachen Freizeitgestaltung, in der Erziehung zu Fairness und auch der Erfahrung, dass man auch verlieren können muss. Zu verbessern sei noch die Übungsleiter-Pauschale.
Einzig MdL Kurt Wiegel (CDU) wollte nicht seine eigene Sportlichkeit herausstellen, richtete dennoch seinen Blick auf den hohen gesundheitlichen Wert des Sporttreibens, sprach das Hallenbad-Programm an und das Problem beziehungsweise die Chance, in künftigen Ganztagesschulen dem Sport und Vereinen, einen festen Platz einzuräumen.
Vom Landessportbund Hessen (lsbh) war eigens das Präsidiumsmitglied Dieter Hochgesandt angereist und hatte mit seinem einführenden Satz gleich die Lacher auf seiner Seite: "Es ist vielleicht schon alles gesagt worden, nur noch nicht von mir". Umso tiefer ging er auf die Situation des lsbh mit seinen fast 8000 Vereinen und 200 000 ehrenamtlichen Mitarbeitern in Hessen ein. Mit den 2,1 Millionen Mitgliedern sei der Landessportbund die größte Personenvereinigung in Hessen, und das durch alle Bevölkerungsschichten und Kulturen hindurch. Hoch sei der Anspruch in der Personalentwicklung mit der gefragten Flexibilität und mit der Innovationsbereitschaft. Im Kinder- und Jugendbereich stagniere die Mitgliederzahl, bei den 40 bis 60-Jährigen habe man starke Abnahmen zu verzeichnen, dagegen einen großen Zuwachs bei den Senioren ab 61. Auch die regionale Struktur verzeichne große Bewegungen, verlange professionelle Geschäftsstellen, so dass das Präsidium ständig in der Diskussion sei, wo wegen notwendiger Synergie-Effekte die historisch gewachsenen Sportkreise endlich zusammengeführt werden müssen. Angesprochen von ihm wurde auch die veränderte Schullandschaft, die bessere Qualifizierung der Übungsleiter und anstehende Stellungnahme des lsbh gegen die europäischen Wettanbieter.
Endlich hatte auch Werner Eifert das Wort, als erster über die zurückliegende Arbeit des Sportkreisvorstandes zu sprechen. Er verglich seine Aufgaben mit dem Slogan der Feuerwehr: "Wir kommen, wenn´s brennt, kommen Sie zu uns, wenn wir feiern!" Der Sportkreis Lauterbach liege in seiner Mitgliederentwicklung in Hessens Durchschnitt, die größten Vereine seien die TSG Slitisa Schlitz, der TGV Schotten und der Golfclub und TV Lauterbach. Große Aufmerksamkeit gelte der Zusammenarbeit Schule-Verein und dem Deutschen Sportabzeichen.
Durch die seit 2005 mit Antje Löffler besetzte Sekretariatsstelle - gemeinsam mit dem Sportkreis Alsfeld - seien einige Initiativen möglich geworden, beispielsweise die Info-Tour durch den Sportkreis, die in den neun Standorten gute Früchte getragen habe. Hierdurch seien die Vereine über Möglichkeiten der Förderung, der Ehrungen und anderer Regularien aufgeklärt worden. Über die finanziellen Zuwendungen der letzten Jahre sei er, der selbst 26 Jahre Vereinsvorsitzender war, sehr glücklich. Sein Hinweis, dass vereinzelt den Vereinen die Turnhallen-Benutzung in Rechnung gestellt worden sei, ließ die anwesenden Politiker aufhorchen, ja fast aufschrecken.
Jürgen Hasenauer oblag es in seiner Eigenschaft als Sportabzeichen-Beauftragter, über die Entwicklung und Veränderung dieser schon ein Jahrhundert alten "Olympiade des kleinen Mannes" zu berichten. So habe sich seine vor drei Jahren geäußerte Vision, die Zahlen zu steigern, bewahrheitet. Neu sei ein Ausbildungslehrgang für Menschen mit Behinderung gewesen, an dem vier Prüfer aus dem Sportkreis Lauterbach teilgenommen hätten. Erstmalig in seinem Amt habe er eine besondere Auszeichnung vornehmen können, nämlich die 50. Wiederholung des Sportabzeichens in ununterbrochener Reihenfolge an den Schlitzer Heinfried Faitz.
Thomas Wörner als Sportwart sprach das "Netzwerk Gesundheit" an und bat um Aktualisierung aller in den Vereinen tätigen Übungsleiter.
Frauenvertreterin Anne Eichenauer, die das Amt vor 15 Jahren von Renate Thomas, ebenfalls aus Schlitz, übernommen hatte, erwähnte die teils von ihr selbst übernommenen speziellen Angebote wie Bollywood, Latino-Dance-Aerobic und anderer Angebote den heutigen Trends entsprechend. Sie dankte besonders der Geschäftsstellen-Leiterin Antje Löffler für die "tolle Mitarbeit".
Als Bildungsbeauftragter stellte Erwin Mengel, Schotten, ebenfalls einige spezielle Angebote wie Aufwärmen mit Pepp" und andere vor.
Bernd Höhl, seit 10 Jahren Rechner des Vorstands, musste erstmals ein hohes Defizit vermelden. Umso mehr war er der Politik dankbar, die so manche Aktion, wie das Sportabzeichen, die notwendige PC-Aufrüstung, die Medaillen-Vergabe beim Sportehrentag und anderes ermöglicht habe. Leider sei der vormalige lsbh-Zuschuss von 6000 Euro auf 2000 Euro gekürzt worden. Die angesammelten Rücklagen fließen hauptsächlich in die Anschaffung eines Spielgeräte-Pools, den Höhl den Vereinen für Aktionen aller Art wärmstens empfahl. Am 8. Juli gibt es bei einem Schulfest eine öffentliche Vorführung, wo die Kooperation der Schulen und Vereine mit Unterstützung des "Lauterbacher Anzeiger" und der Sparkasse ein Novum darstellen wird.
Heinfried Faitz konnte als Kassenprüfer dem Rechner ohne weiteres Entlastung erteilen und empfahl dem Gremium, ihn und den gesamten Vorstand zu entlasten, was einstimmig durch erstmaliges Aufheben der Stimmkarten geschah.
Zur Wahlkommission wurden Dieter Hochgesandt vom lsbh und die beiden Schlitzer Heino Tresser und Joachim Block benannt, die die Neu- beziehungsweise Wiederwahl des Vorstandes einleiteten. Klar: Werner Eifert stellte sich zur Wiederwahl und wurde einstimmig erneut ins Amt berufen. Auch alle anderen Vorstandsmitglieder, die weitermachen wollten, ernteten das gleiche einstimmige Votum, ebenso die für die ausscheidenden Mitglieder vorgeschlagenen Kandidatinnen: Barbara Möller, Lauterbach, für Anne Eichenauer und Astrid Staubach, Herbstein, für Matthias Wiegand.
Den Dank an die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Anne Eichenauer (15 Jahre) und Matthias Wiegand (sechs Jahre) unterstrich der Vorstand noch durch spezielle Geschenke beziehungsweise Verdienstnadeln.
Nun folgte noch eine Reihe von Ehrungen, die verschiedene Sportvereine eingereicht hatten. Das waren vom SV Germania Bobenhausen Norbert Seipp und Waldemar Herzberger, vom SV Herbstein Marion Hensler und Simon Ruhl, vom TV Frischborn Rudi Glitsch und Alfred Peter sowie vom TSV Ilbeshausen Wilfried Ochs.
Klares SignalSpannend wurde es noch einmal, als das Thema Zusammenlegung der beiden Sportkreise innerhalb des Vogelsbergkreises zur Sprache kam. Dazu hatte Werner Eifert ein klares Signal gesetzt, spätestens 2012 soll es soweit sein. Alle anwesenden Vereinsvertreter bekundeten mit erhobenen Stimmkarten in einer Probeabstimmung ihren Willen zur Vereinigung der beiden Sportkreise.
Nun kam auch der Alsfelder Sportkreisvorsitzende Günther Krämer zu seinem Grußwort, das er mit einem ebenso klaren Votum für einen künftigen Zusammenschluss verband, wenn möglich sogar vor 2012. Dies sollten Signale für die Politik und den lsbh zu mehr Effektivität und Stärkung des Ehrenamts sein. Dem schloss sich der Ehrenvorsitzendes des TV Rainrod und langjährige Gauvorsitzende des Turngaus, Erich Zinsheimer, in einem eindeutigen Plädoyer an.
Das letzte Wort hatte wieder Werner Eifert, der den rührigen Ausrichtern dankte, allen die angestrebten sportlichen Erfolge wünschte und eine Bitte an die Vereine richtete, künftig noch mehr Kommunikation mit dem Vorstand zu praktizieren.
Sportkreis-Vorstand
- 1. Vorsitzender: Werner Eifert
- 1. Stellvertreter (Finanzen): Bernd Höhl
- 2. Stellvertreter: Erhard Zink
- 3. Stellvertreter (Bildungsbeauftragter): Erwin Mengel
- Sportwart: Thomas Wörner
- Sportabzeichenobmann: Jürgen Hasenauer
- Frauenwartin: Barbara Möller
- 1. Schriftführerin: Astrid Staubach
- stellv. Schriftführer: Bernhard Schleicher
- Seniorenbeauftragter: Hans Hedrich
- Jugendwart: Pascal Rennings (nicht anwesend)
- Kassenprüfer: Thomas Groß (Schotten) und Wilfried Ochs (Ilbeshausen)
Delegierte für Landessportbundtag am 26. September:
Werner Eifert und Jürgen Hasenauer.
27.04.2009
