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Marx-Nachfolge wird erst in der Stichwahl entschieden
Landratswahl: 47,6 Prozent für Manfred Görig, 47,1 Prozent für Rainer-Hans Vollmöller.
Der Vogelsbergkreis muss nochmals wählen, um den Nachfolger von Rudolf Marx zu bestimmen. Eine Stichwahl muss die Entscheidung über den künftigen Landrat bringen. Bei der gestrigen Landratswahl erreichte keiner der drei Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit. Mit einem Vorsprung von 156 Stimmen hatte am Ende SPD-Bewerber Manfred Görig mit 47,6 Prozent der Stimmen die Nase knapp vorn vor Rainer-Hans Vollmöller (CDU), der auf 47,1 Prozent kam. Ingo Schwalm, der für die Linke kandidierte, kam auf 5,3 Prozent. Bei der Stichwahl am 20. November werden Görig und Vollmöller antreten.
Für den 51-jährigen Manfred Görig, Vorsitzender der Vogelsberger SPD und derzeit Erster Kreisbeigeordneter, gaben insgesamt 16 946 Vogelsberger ihre Stimmen ab, auf Rainer-Hans Vollmöller (54), Bürgermeister in Lauterbach, entfielen 16 790 Stimmen, Ingo Schwalm erhielt 1878 Stimmen. Er habe immer damit gerechnet, "dass es eng wird", kommentierte Görig den Wahlausgang, der sich "freute, dass ich vorne liege". Für den zweiten Wahlgang zeigte er sich "guter Dinge". Vor allem in den SPD-Hochburgen wie Schotten oder Homberg ist er sicher, "dass wir noch etwas drauflegen können". Seinem Konkurrenten bescheinigte er, gerade in seiner Heimatstadt Lauterbach "ein gutes Ergebnis" erzielt zu haben.
Vollmöller erzielte in Lauterbach 62,2 Prozent der Stimmen, nach Antrifttal (68,2) sein bestes Ergebnis überhaupt und nahm Görig damit fast 1400 Stimmen ab, was am Ende ausschlaggebend für das Beinahe-Patt der beiden Bewerber war. Da half es Manfred Görig auch nicht, dass er in zwölf der neunzehn Städte und Gemeinden die Nase vorn hatte. Wie Vollmöller erzielte auch er sein bestes Ergebnis in seiner Heimatstadt. Romrod votierte mit 71,6 Prozent für Görig. "Hochzufrieden" zeigte sich Rainer-Hans Vollmöller über den gestrigen Ausgang. Zwar habe er sein Ziel von 50,1 Prozent nicht erreicht, vor vier Monaten aber habe niemand damit gerechnet, dass er so gut abschneiden werde. Vollmöller führte dies auf seine "offene, ehrliche Art" zurück. Er verspreche nichts, was er nicht halten könne. Für den zweiten Wahlgang sei er "hoffnungsfroh".
Sehr zufrieden" mit seinem Abschneiden zeigte sich auch der Kandidat der Linken, Ingo Schwalm, der Manfred Görig "zum Etappensieg" gratulierte. "Ich hatte vorher schon gewonnen", erklärte Schwalm. Durch seine Kandidatur sei es ihm gelungen, "viele Vorurteile" gegenüber den Linken abzubauen. Zwar war der Wahlkampf für den "einzigen Nicht-Profi", wie er sich bezeichnet, anstrengend, aber die Erfahrungen der vergangenen Wochen sind für ihn "unbezahlbar"."Ich habe eine Menge gelernt", sagte Schwalm.
Noch einmal deutlich zurückgegangen gegenüber der letzten Landratswahl von fünfeinhalb Jahren ist die Wahlbeteiligung, die, trotz Bürgermeisterwahlen in vier Gemeinden, bei 41 Prozent lag. 2006 hatte sie noch 53,2 Prozent betragen.
07.11.2011
