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Landrat fordert faire Preise für heimische Milchbauern
Marx schrieb an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Roland Koch.
"Faire Erwerbsbedingungen durch faire Preise für Milchbauern" fordert Landrat Rudolf Marx. In einem Schreiben wendet er sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Roland Koch. Hintergrund: Am 7. November will der Bundesrat über neue Formen der Marktregulierung entscheiden.
Mit großer Sorge beobachte Marx die Bedingungen, unter denen die Milchbauern ihre wirtschaftliche Stabilität aufrecht erhalten müssten. Nach den bundesweiten Aktionen der milcherzeugenden Landwirte hatte und habe er die Erwartung, dass faire Preise bei einer angemessen marktwirtschaftlichen Ausrichtung möglich sein müssten.
Am 20. Oktober hatte der Agrarausschuss des Bundesrates getagt und mit seinen Beschlüssen für großes Unverständnis und Unmut gesorgt, berichtet Marx aus einem Gespräch vor wenigen Tagen mit heimischen Landwirten. Leider hätten sieben Bundesländer einen Antrag eingebracht, an den bestehenden Verordnungen nichts zu ändern. Diesem Antrag sei zugestimmt worden. Aus Sicht der milchproduzierenden Landwirte werde damit nicht nur dem marktwirtschaftlichen Grundprinzip von Angebot und Nachfrage widersprochen - die Landwirte seien zusätzlich darüber enttäuscht, dass die Verabredungen des "Milchgipfels" vom 29. Juli 2008 nun möglicherweise nicht eingehalten würden.
"Ich kann diesen Unmut sehr gut verstehen. Zumal der Vogelsbergkreis mit seinem hohen Grünlandanteil in besonderem Maße auf faire Bedingungen für seine Milchbauern angewiesen ist", schreibt Marx an Merkel und Koch. Sollte es tatsächlich mit Jahresbeginn 2009 zu einem Milchpreis von nur noch 25 Cent pro Kilogramm Milch kommen, so wäre die Existenz vieler Betriebe im Vogelsbergkreis akut gefährdet.
Er bittet Kanzlerin und Ministerpräsidenten, in der Bundesratssitzung am 7. November für die berechtigten Interessen der Milchbauern einzutreten, denn ihr Wirtschaften sichere langfristig ein unverzichtbares hochwertiges Lebensmittel. "Ich bitte Sie ausdrücklich, die Argumente der Milchbauern fair den Argumenten der Milchindustrie gegenüber zu stellen und abzuwägen. Bitte tragen Sie den berechtigten Forderungen der Milcherzeuger Rechnung und helfen Sie dabei, mehr Markt zu implementieren", appelliert Marx. Umfragen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) zeigten, dass die gesamte "Branche" hinter den Forderungen stehe, die eine stabilere und gerechtere Preisgestaltung ermöglichen sollen. Zu den genannten Instrumenten zählten aus Sicht der Milchbauern unter anderem die Einführung eines Basispreises, eine Anpassung des Liter-Kilogramm-Umrechnungsfaktors auf das bereits weitgehend praktizierte EU-Niveau, die Abschaffung der Bundessaldierung und eine bundesweite Umlage zur Marktsteuerung.
31.10.2008
