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Kraniche am Himmel über Hessen



Seit einigen Tagen ist das großartige Herbstschauspiel ziehender Kraniche am Himmel über Hessen zu sehen. Aufmerksame Naturfreunde konnten bereits große Schwärme des laut trompetenden "Glücksvogels" über Hessen beobachten.

Die Vögel suchen manchmal auch hier Rastplätze auf, um sich vom anstrengenden Flug zu erholen. Karl-Heinz Zobich, Vorsitzender des NABU Kreisverbandes Vogelsberg, bittet alle Naturbeobachter um Rücksichtnahme: "An den Rastplätzen sollte man einen Abstand von 300 Metern einhalten, um erschöpfte Tiere nicht unnötig zu beunruhigen." Hessen liegt in einer Hauptzugroute der Kraniche auf ihrem Weg von der Ostsee in ihre Winterquartiere im Südwesten Europas. An ihren nördlichen Sammelplätzen - zum Beispiel bei Rügen und an der Mecklenburgischen Seenplatte - finden sich im Herbst 80 000 bis 100 000 Kraniche ein. Bei günstiger Witterung brechen einzelne Schwärme früh morgens auf und ziehen südlich und nördlich am Harz vorbei. Sie erreichen dann das Weserbergland und Thüringen und fliegen meist in den Nachmittags- und Abendstunden weiter durch Hessen. Schwerpunkte des hessischen Durchzuges sind die Flusstäler Ober- und Mittelhessens, wo ein Teil der Tiere auch Rastgebiete aufsucht. Beim Weiterflug mit 50-70 km/h erreichen die über Hessen ziehenden Tiere Main und Rhein und fliegen schließlich über Frankreich weiter nach Südwesten.

Für den Naturbeobachter sind die ziehenden Kraniche an ihrer keilförmigen Formation und den trompetenartigen Rufen zu erkennen. Die kräftigen und erfahrenen Tiere fliegen an der Spitze, dann folgen Familien mit durchschnittlich zwei Jungtieren. Bei günstigen Flugbedingungen könnten die bis 1,30 Meter großen Tiere ohne Halt bis nach Südeuropa fliegen. Manche legen aber auch eine Rast in Hessen ein. Sie rasten teilweise im Amöneburger Becken, an der Ohm, der Lahn und in den NABU-Schutzgebieten Arxbach und Lampertshauser Teich im Kreis Marburg-Biedenkopf. Die Rücksichtnahme an Rastplätzen ist notwendig, weil die Kraniche bereits eine weite Flugstrecke hinter sich haben, wenn sie in Hessen eine Pause einlegen. "Sie brauchen Ruhe und die Gelegenheit, etwas zu fressen und wieder Kräfte zu sammeln", erläutert der Vogelsberger NABU Vorsitzende. Kranichbeobachtungen können an den NABU Hessen unter Tel.: 06441-67904-17 gemeldet oder im Internet unter www.natur-hessen.de eingegeben werden. Auf der Naturgucker-Seite sind auch alle bisherigen Kranich-Beobachtungen abrufbar.

Lauterbacher Anzeiger (dg)
26.10.2009

 

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