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Es wird in keinem Ort mehr Probleme geben
"G8"-Kommunen streben eigene Lösung zur DSL-Versorgung an
"Der Zorn hat uns gepackt, es muss in diesem Jahr noch etwas passieren." Heiko Stock, Bürgermeister der Gemeinde Lautertal, drückte gestern Mittag im Sitzungszimmer des Schottener Rathauses aus, was die gastgebende Bürgermeisterin Susanne Schaab und die Vertreter der fünf Kommunen Wartenberg, Ulrichstein, Herbstein, Grebenhain und Freiensteinau bewegt.
Die "G8"-Kommunen - Birstein aus dem Main-Kinzig-Kreis gehört noch zu diesem interkommunalen Zusammenschluss - wollen die Versorgung mit der Breitband-Kommunikation ihrer Gemeinden selbst in die Hand nehmen und die Voraussetzungen für eine schnell zu realisierende DSL-Versorgung schaffen.
Ihre Geduld mit dem Vogelsbergkreis ist am Ende. Im Rahmen einer Dienstversammlung aller 19 Vogelsberger Kommunen hatte Landrat Rudolf Marx sich Anfang November für eine kreisweite Lösung stark gemacht. Der Kreistag hatte zudem einstimmig eine Kreisbürgschaft beschlossen, um so die notwendigen Investitionen von einer Million Euro des Unternehmens OR-Network (Grünberg) abzusichern. Es sei vereinbart worden, dass der Kreis bis Ende November mit dem Unternehmen die Frage des möglichen Rückgriffs auf die Bürgschaft kläre, so Schaab. Außerdem sollte die Kreisverwaltung den Kommunen einen gleichlautenden Beschlussvorschlag für eine kreisweite Lösung zur DSL-Versorgung vorlegen. Dieser Vorschlag hätte dann im Dezember von den Vogelsberger Parlamenten verabschiedet werden können. Seit der Bürgermeisterdienstversammlung herrscht aber bezüglich des Themas DSL Funkstille aus dem Landratsamt, so die G8-Teilnehmer. Bürgermeisterin Schaab: "Wir haben bis heute keine Rückmeldung erhalten über den angekündigten Fortgang der Verhandlungen. Auch haben wir keinerlei Hinweise darauf, ob in diesem Jahr noch eine kreisweite Lösung zustande kommt."
Grebenhains Bürgermeister Manfred Dickert betont, man habe "schon viel zu lang gewartet". Nun gelte es, "keine weitere Zeit mehr zu verlieren. Wir werden jetzt in kommunaler Eigenverantwortung tätig und warten nicht länger auf eine kreisweite Lösung." Dafür sei nicht einmal ein Zeitfenster in Aussicht gestellt. Genau dies haben sich Schaab und ihre Kollegen jetzt zum Ziel gesetzt. Daher soll das Thema DSL in der kommenden Woche noch auf die Tagesordnungen der parlamentarischen Weihnachtssitzungen. In gleichlautenden Anträgen soll eine eigenverantwortliche Lösung der beteiligten sieben Kommunen beschlossen werden. Dazu gehört auch die Absicherung - in Form einer Hinterlegung oder einer Bürgschaft - der von OR-Network zu tätigenden Investitionssumme, die die Sparkasse Oberhessen als Darlehen zur Verfügung stellen soll. Dieser "Sicherungsbetrag" sei natürlich kein verlorener Zuschuss, sondern müsse anschließend von dem DSL-Unternehmen an das Finanzinstitut wieder zurück fließen. Nach dem Beschluss aller sieben Parlamente sollen in diesem Jahr noch die finanziellen Rahmenbedingungen unter Dach und Fach gebracht werden. Anfang des neuen Jahres, so sieht es die Planung der Verwaltungschefs vor, könnte dann die einzelnen Kommunen die Verträge zur flächendeckenden DSL-Versorgung mit OR-Network abschließen, danach könnte die Umsetzung beginnen.
Auf jeden Fall positiv sei zu vermerken, dass das Grünberger Unternehmen mit der OVAG einen Vertrag abgeschlossen habe, um das Glasfaserkabel des regionalen Energieversorgers nutzen zu können. "Damit ist ein schneller Abtransport der Datenmengen ohne Verluste zu unserem Server nach Frankfurt gewährleistet", erklärt Vertriebs- und Büroleiter Matthias Stöffler. Vor Ort könnten die Kunden zukünftig per Funk bis zur "Datenautobahn" kommunizieren, wobei für Privatkunden eine Übertragungsrate bis zu 16 Mbit und für Geschäftskunden bis 50 Mbit möglich sein wird. "Es wird in keinem Ort mehr Probleme geben" , ist sich Stöffler sicher. Mit der OVAG sei sowohl in institutioneller als auch in technischer Hinsicht ein verlässlicher Partner mit im Boot, der große Versorgungssicherheit biete, war sich das Gremium einig.
08.12.2010
