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Eine Idee, die Erfolgsgeschichte schrieb
Zum 13. Mal wurden jetzt die Vogelsberger Lammwochen eröffnet - Noch bis zum 26. April bieten die Restaurants der Region besondere Gerichte an
Die 13 ist keine Unglückszahl, sondern Ausdruck einer Idee, die zu einer Erfolgsgeschichte wurde und dabei Gastronomen und Schafzüchter an einen Tisch bringt: Die Vogelsberger Lammwochen. Höhepunkt ist dabei immer die Eröffnungsveranstaltung, die diesmal im Vogelsberger Hof in Crainfeld stattfand.
Exakt 230 Gäste hatten es sich nicht nehmen lassen, diesen kulinarischen Höhepunkt zu genießen. Doch sie erlebten nicht nur Gaumenfreuden, auch das Rahmenprogramm fand viel Aufmerksamkeit. Selbstverständlich gehörten auch Grußworte dazu; diese fielen aber kurz aus: Was gesagt werden musste, wurde gesagt. Ansonsten standen Gerichte rund um das Lamm im Mittelpunkt.
Allein schon ein Blick in die Speisekarte zeigte, dass sich das Kommen gelohnt hatte. Als Vorspeise wurde ein Lammwochen-Eröffnungsteller gereicht, worauf sich Zieglein-Käse-Strudel, Lebermousse-Praline, gebackener Lammstick an Kräuterdip und Lammsülze befanden. Anschließend weckte das Bärlauch Rahmsüppchen mit Lammbrochette schon die Freude auf weitere Gaumengenüsse. Lammleber mit Röstzwiebeln und glasierten Äpfeln, Lammhüfte unter der Bärlauch-Pesto-Kruste, Wirsing-Lammroulade, geschmorte Lammhaxen mit Frühlingszwiebeln in Regentsauce, Lammbratwürstchen, gepökelte Lammschaufel auf Kartoffelgemüse, Lammragout mit Wurzelgemüse, Lammschaschlik, Crépinette vom Lammrücken mit Kräuter-Seitlingen, Lammkeule auf Wiesenheu, Backhauslamm mit Apfel-Chili, gefüllter Lammbraten lösten dann das kulinarische Fest der Sinne aus.
Bärlauch-Nudeln, Thymian-Reis, Gratin, Rosmarin-Kartoffeln, Sellerie-Kräuter-Püree, gefüllte Klöße, Wildkräuter-Kartoffeln sowie Wok-Gemüse, Wirsing in Rahm und Bohnenragout rundeten das Menü ab. Und am Ende dann noch Dessert-Impressionen: Diese ließen keinen Wunsch an diesem Abend offen.
Hans Schmidt als Hauptorganisator, Wolfgang Pschierer, Vorsitzender des Schafhaltervereins Vogelsberg, und Manuela Kraft als Gastgeberin hießen die vielen Gäste willkommen und äußerten gemeinsam ihre Ansicht, dass die 13 kein Unglück bringe, sondern eher einen Erfolg dokumentiere. Ebenso stellten sie fest, dass die vom ehemaligen Vorsitzenden der Schafhalter, Klaus Schönfeld, ins Leben gerufene Veranstaltung über die Grenzen des Vogelsberges bekannt geworden sei und man die Gäste nicht nur an diesem Abend verwöhnen, sondern auch das Schaf als Landschaftspfleger und gesundes Lebensmittel präsentieren wolle.
Damit waren der Worte vorerst genug gewechselt, und die Kinder vom Kindergarten Crainfeld erfreuten die gespannten Gäste mit einem Spiel, in dem der Psalm 23, "Der Herr ist mein Hirte", umgesetzt wurde. Die Kinder hatten außerdem Schäfchen gebastelt, die auf den Tischen zu finden waren und nach dem offiziellen Teil gekauft werden konnten. Der Erlös kam der Einrichtung zugute.
Beifall gab es auch im Laufe des Abends für den "Crainfelder Singkreis" unter der Leitung und Mitwirkung von Horst Glöckner sowie den Sängern Heinrich Jockel, Dieter Goldmann, Ilse Rausch und Herbert Giebisch. Sogar ein lebendes Schaf war bei diesem Auftritt auf der Bühne zu sehen. Dieses hatte Frank Emrich mitgebracht, der dann erläuterte, welche Aufgabe der vom Schäfer mitgeführte Stock habe und - auf den ersten Blick nicht erkennbar - wie funktionell die Kleidung eines Schäfers sei.
Ihren Auftritt hatten auch die beiden Geschmacksfeen Luisa Lucas und Luca Kraft, die mit ihrem Charme Lammsalami und Schaffelder Käse offerierten.
Landrat Rudolf Marx stellte in einem Grußwort fest, dass die Lammwochen ein touristisches Ereignis geworden seien, aber auch das Zusammenwirken von Schafhalterverein und Gastronomie dokumentierten. Er hoffe, dass es die Lammwochen noch lange geben werde, denn sie sicherten auch Arbeitsplätze.
Mark Weinmeister, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, zeigte sich begeistert von dem, was auf die Beine gestellt worden sei. Er wisse um die besondere Qualität und Zartheit des Vogelsberger Lamms. Lammfleisch sei ein besonderes Produkt und auch für die touristische Ausrichtung wichtig. Hans Schmidt, der im Verlaufe des Abends immer wieder eine Lanze für Vogelsberger Lammfleisch brach, betonte, dass immer wieder Anfragen sogar aus dem Rhein-Main-Gebiet nach dem Beginn der Lammwochen kämen. Ein Lamm bestehe nicht nur aus dem Rücken, und ein guter Koch zeichne sich auch dadurch aus, dass er das Tier "bis zum Schwanz" verwende und damit auch eine Vielfalt von Angeboten schaffe.
Wer an diesem Abend hungrig nach Hause ging, der war selbst schuld daran. Nach dem Dessert leerte sich der Saal zwar relativ schnell, inzwischen war es nach 23 Uhr, doch gab es für die Hauptakteure von der kochenden Zunft den mehr als verdienten Beifall für ein kulinarisches Meisterwerk als Start in die Lammwochen 2009.
Noch bis zum 26. April dauern die Lammwochen. Wer nicht dabei war, kann sich die Menüs, die angeboten wurden, bei den Teilnehmern vor Ort schmecken lassen: Berggasthof "Hoherodskopf", Gasthof Graulich Rainrod, Gasthof Roth "Zur Linde", Liederbach, Hotel Restaurant Jöckel in Nieder-Moos, Hotel Restaurant "Zur Schmiede" in Eudorf, Hotel Restaurant "Laubacher Wald in Laubach, Hotel Restaurant "Vorderburg" in Schlitz, "Kupferschmiede" in Schotten-Rainrod, Landgasthof Hotel "Zum Schäferhof" in Eudorf, Landgasthof "Jägerhof" in Maar, Landgasthof Fleischauer in Homberg-Büßfeld, Landgasthof "Zur Birke" in Burkhards, Landgasthof "Zur Tenne" in Maar, Landhaus Appel in Betzenrod, Landhotel Gärtner in Flensungen, Parkhotel Schotten in Schotten, Posthotel Restaurant "Johannesberg" in Lauterbach, Restaurant "Inselcafé in Hochwaldhausen, Restaurant "Lauterbacher Hof" in Lauterbach, Restaurant "Sonnenberg" in Schotten, Restaurant Taufsteinhütte am Hoherodskopf, Restaurant "Vogelsberger Hof" in Crainfeld, Schlosshotel Gedern in Gedern, "Tor zum Vogelsberg" in Hartmannshain, Hotel Schlosstuben in Büdingen.
30.03.2009
