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Anwältin für Patienten und ihre Angehörigen
Vogelsberger Lebensräume haben Interessenvertretung.
Bei den Vogelsberger Lebensräumen erhalten die betreuten psychisch kranken Menschen ab sofort eine Fürsprecherin. Dr. Ingrid Kaysser (64) aus Lauterbach, von 1981 bis jetzt, zum Beginn ihrer Altersteilzeit, Ärztin in der Institutsambulanz der psychiatrischen Abteilung am Eichhof-Krankenhaus, ist neue "Klienten- und Angehörigen-Fürsprecherin", wie die Interessenvertretung offiziell heißt.
"Wir wissen, dass zwischen den Betroffenen und Frau Dr. Kaysser immer ein besonderes Vertrauensverhältnis bestand. Deshalb war sie für uns erste Wahl, als wir eine Art Beschwerdestelle eingerichtet haben", erläutert Harry Bernardis, Leiter der Lebensräume. In einigen Krankenhäusern, darunter auch dem medizinischen Zentrum Eichhof in Lauterbach, gibt es bereits Patientenfürsprecher als Vermittler zwischen Medizinern und Patienten. "In unseren Einrichtungen sind die Kontakte auf wesentlich längere Dauer als die eines Krankenhausaufenthalts angelegt. Deshalb ist eine Art Ombudsfrau noch wichtiger", erklärt Bernardis.
Wegen eines Gefühls der Abhängigkeit trauten sich Betroffene oft nicht, Kritik zu äußern. Die Lebensräume hätten bereits versucht, Mitarbeiter und Betroffene als Fürsprecher und Beschwerdestelle zu benennen. Das sei nicht so erfolgreich gewesen wie erhofft. "Es kann aber nicht sein, dass wir immer nur alles richtig machen. Um unsere Arbeit noch besser machen zu können, brauchen wir auch kritische Rückmeldungen von den Betroffenen. Das ist für uns eine Art Fehlermanagement. Vor allem aber hilft die Möglichkeit den Betroffenen", erläutert Bernardis. Auch früher betreute Menschen können sich an die Fürsprecherin wenden. Sie einzuschalten, ist kostenlos.
Die Klienten- und Angehörigenfürsprecherin unterliegt der Schweigepflicht und behandelt die Anliegen von Klienten und deren Angehörigen streng vertraulich. Sie ist ehrenamtlich tätig. "Ich nehme mich auch der Anliegen an, wenn sich Betroffene und ihre Familien nicht ausreichend informiert fühlen oder etwa durch zurückliegende Probleme gegenwärtig noch belastet werden. Ich versuche, zu vermitteln und gemeinsam mit allen Beteiligten eine Lösung zu finden", sagt Dr. Ingrid Kaysser.
In den Einrichtungen der Lebensräume in Lauterbach, Alsfeld, Schlitz, Grebenhain, Mücke und Schotten werden 200 Menschen betreut, darunter 24 in Wohnheimen, 60 in Tagesstätten und rund 120 im betreuten Wohnen. 60 Mitarbeiter sind für die Einrichtung der Lauterbacher Stiftung Heilanstalt für Kranke tätig. Die Lebensräume sind zuständig für die außerklinische psychiatrische Versorgung des Vogelsbergkreises.
Fürsprecherin Dr. Ingrid Kaysser ist an jedem ersten Dienstag im Monat vormittags in ihrem Büro in der Fuldaer Straße 12 in Lauterbach, 0641/9668-21 (von 10.30 bis 11.30 Uhr), nachmittags von 13 bis 14 Uhr in der Theodor-Heuss-Straße 3 in Alsfeld, 0631/91183-16, um Beschwerden entgegenzunehmen. Sie ist ständig per Mail unter ikaysser(at)t-online.de zu erreichen.
16.10.2008
