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Zwerge, Schneewittchen und Stiefmutter gaben alles
Viertklässler der Lautertalschule in Engelrod führten Grimm´sches Märchen auf - Hausmeister Herbert Habicht wurde verabschiedet.
"Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?" Diese Frage stellte die böse Stiefmutter und Königin mehrmals in der Turnhalle der Lautertalschule. Mit von der Partie: natürlich die pfiffigen sieben Zwerge und ein wunderschönes Schneewittchen. Exzellent dargestellt haben die bekannten Figuren der Gebrüder Grimm die Jungen und Mädchen der Grundschule zu Ehren von Hausmeister Herbert Habicht (63). Dieser wurde gestern märchenhaft und mit viel Herz bei einer Schulfeier in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedet.
Die gesamte Schulgemeinde hatte sich in der Turnhalle versammelt und wartete darauf, dass sich der Vorhang hob. Bereits die aufwändig gestalteten Kulissen machten Lust auf das Theaterstück. Die Schüler der Klasse vier hatten es einstudiert. Und die riesige Menge Text, die die Kleinen auswendig gelernt hatten, trugen sie fehlerfrei vor.
Ob Gürtel, Kamm oder Apfel - der bösen Stiefmutter gelang es gemäß der Geschichte immer wieder, Schneewittchen zu schaden. Auch die Darstellung des Mädchens mit Haaren wie Ebenholz war äußerst gelungen - ebenso die der anderen Märchenfiguren. Der große "Plumps", mit dem Schneewittchen, vergiftet, auf den Turnhallenboden fiel, war wirklich beeindruckend und auch in der hinteren Sitzreihe zu hören. Mit viel Charme und Körpereinsatz schauspielerten die Kleinen so professionell, dass sie am Ende begeisterten Applaus und großes Lob erhielten.
Nachdem Prinz und Zwerge Schneewittchen gerettet hatten, durfte der Hausmeister auf dem Thron Platz nehmen und das weitere Programm der Schulfeier genießen. Dazu gehörten auch Lieder, die die Schüler für Habicht sangen. Begleitet wurden sie dabei von Schulleiterin Annedore Radvan auf der Gitarre.
Bei der Schulfeier wurde Hausmeister Herbert Habicht verabschiedet, dem es merklich schwerfiel, Adieu zu sagen. Schüler, Lehrer, Schulleiterin, Elternbeirat, ehemalige Kollegen, Pfarrer Thorsten Backwinkel-Pohl und die Familie des Hausmeisters sowie Vertreter des Vogelsbergkreises gaben ihm ihre besten Wünsche mit auf den Weg. Von den Kindern erhielt der Engelröder selbstgestaltete Zettel, die sie ihm persönlich überreichten. Er selbst gehörte vor 50 Jahren zu den Schülern, die mit geschmückten Fahrrädern zur neuen Schule, der heutigen Lautertalschule, zogen. Sowohl Kinder als auch ein Enkelkind von Herbert Habicht besuchten und besuchen die Lautertaler Bildungsstätte. Seinen Dienst als Hausmeister hat Habicht in der Schule am 1. November 1998 angetreten. Zuvor war er unter anderem bei "Mess-Steuer-Regeltechnik Schramm" in Lauterbach beschäftigt. "Der Hausmeister spielt auch im Leben von Schülern eine große Rolle, und es ist schön, wenn er so nett und freundlich ist", betonte Radvan. Was Habicht in der vielen freien Zeit nun alles unternehmen will, hat er sich noch nicht genau überlegt: "Das ist eine schwierige Frage. Aber ich habe weiterhin viel Arbeit zu Hause mit Haus, Hof und Grundstück." Und: Ganz wird er der Schule nicht den Rücken kehren. Schließlich ist er beim Turnverein Engelrod für die Abteilung Leichtathletik zuständig, die im Winter in der Schulturnhalle trainiert.
16.12.2011
