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Schwung mit dem "St. Blasius Boogie" und sanfte Harfentöne
"Nacht der Musik" überzeugte mit "Festival"-Konzept die Besucher in Hopfmannsfeld.
Eine entspanntere Art, das Kirchenjahr zu Ende gehen zu lassen, als bei der "Nacht der Musik" in der evangelischen Kirche in Hopfmannsfeld, ist kaum vorstellbar. Ab 19.30 Uhr gab es dort fünf Stunden lang kleine, nicht ganz halbstündige musikalische Beiträge unterschiedlichster Art, die alle Zuhörer auf ihre eigene Weise begeisterten.
Nebenan hatten die Organisatoren ein "Musikcafé" mit Speisen und Getränken eingerichtet, das die Besucher in den kurzen Pausen aufsuchten oder dort auch länger verweilten. Sie waren ausdrücklich eingeladen, frei zu wählen, welche Blöcke sie sich anhörten, sodass das Publikum bei jedem Beitrag ein anderes war. Diese Veranstaltung "Nacht der Musik" war eine Art Miniatur-Festival - ein ausgesprochen ansprechendes und gelungenes Konzept.
Den Anfang machte der Männergesangverein Hopfmannsfeld unter der Leitung von Gabriela Mohr. Die Sänger begeisterten mit ihrem sehr kraftvollen und dynamischen Vortrag. Ihre Lieder reichten von Georg Friedrich Händels "Tochter Zion" bis hin zu Reinhard Meys "Über den Wolken".
Der Hopfmannsfelder Geiger Otto Bellinger begeisterte mit einer Solo-Mischung aus verschiedenen Stücken. Neben bekannten Melodien oder auch einem Werk von Fritz Kreisler spielte er seine eigene Komposition "Zigeunertanz", die bestens ankam. Zuletzt spielte er mit seiner Enkelin Franziska Bellinger (Klarinette) im Duo. Zum Abschluss des Blocks spielte und sang Franziska Bellinger mit Jan Kriegelstein (Gitarre) "Dust in the Wind", wobei beide einen astreinen, tollen Harmoniegesang hinlegten.
Einen weiteren Gesangsblock bot der evangelische Frauenchor Meiches unter Leitung von Ursula Stier. Ob "Singet froh", "Heaven" oder "Vater unser" - die Frauen begeisterten mit ihrem glasklaren, weichen Gesang. Beim Kanon "Wo zwei oder drei..." gelang es Ursula Stier mit Leichtigkeit, das begeisterte Publikum zum Mitsingen zu bringen - und es klang auch recht gut.
Groovig und beschwingend ging es beim evangelischen Posaunenchor Hopfgarten unter Leitung von Jutta Kirschbaum zu. Mit "Er hält die ganze Welt in seiner Hand" oder "St. Blasius Boogie" brachten die Bläser etliche Hörer zum Mitwippen. Von "Nun danket alle Gott" brachten sie mehrere Bearbeitungen zusammen: Das Vorspiel von Michael Schütz sowie einen Choralsatz von Burghard Schloemann und einen von Johann Sebastian Bach.
Mit Bach ging es im nächsten Block weiter: Thorsten Ritz aus Dirlammen spielte das Concerto Nr. 2 in a-Moll. Dass die Orgel in Hopfmannsfeld romantische statt barocker Register bietet, fing Ritz gut auf und begeisterte mit seiner Interpretation.
Die Harfenistin Sabine Stutz aus Hergersdorf bot die leisesten Klänge des Abends und verbreitete eine wunderbare Atmosphäre. Sie spielte unter anderem zwei armenische Lieder, traditionelle Tänze aus Deutschland, Skandinavien und Frankreich sowie "Winterkönig Jig", eine neuere Komposition von Stefanie Bieber. Es waren schlichte und ausdrucksstarke Darbietungen.
Pop-Balladen in tollen, eigenständigen Versionen boten Kathrin Wiegand und Britta Hahn mit Karsten Hahn an der Begleitgitarre. Die Sängerinnen schöpften aus dem Vollen, ihr Begleiter bot treffsicher den harmonischen und rhythmischen Untergrund, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Bei Songs von Leonard Cohens "Hallelujah" bis hin zu "Nothing Else Matters" von Metallica war für jeden etwas dabei.
Das Vokalensemble Quintissimo hatte - insgesamt betrachtet - leisere Töne. Jutta Georg, Yvonne Leiser (beide Sopran), Beate Rheinländer (Alt), Reimund Buchhammer (Tenor) und Reinhard Helm (Bass) sangen vorwiegend Besinnliches von Lorenz Maierhofer. Helm äußerte zu Beginn, dass es Quintissimo nach den Pop-Balladen schwer haben werde - doch dem war nicht so. Die ruhige Musik mit ihrem polyphonen Satzgesang und mit dieser warmen Interpretation war eine knappe Stunde vor Beginn der Adventszeit genau das Richtige zum Abschluss.
Nach einem Segen durch Pfarrer Dieter Borschel ging es heim, wohin die Besucher viel mitnehmen konnten.
30.11.2011
