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Aktuelles | Gemeinde Lautertal - Details

Kein warmer Geldsegen, denn es gibt noch ein Lautertal



Nicht die Gemeinde im Vogelsberg, sondern die im Odenwald bekommt 5,2 Millionen Euro.

Es wäre zu schön gewesen, wenn das gestimmt hätte, was in einem Schreiben stand, das vor Kurzem der Lautertaler Bürgermeister Heiko Stock in Händen hielt. Darin teilte ihm das hessische Finanzministerium mit, dass die Gemeinde Lautertal 5,2 Millionen Euro aus dem kommunalen Schutzschirm für die Tilgung ihrer Schulden erhalten solle.

Für Heiko Stock war die Sache gleich klar, dass es sich um einen Irrtum handeln müsse, denn die Schulden der Gemeinde Lautertal liegen bei 3,6 Millionen Euro. Damit gehört man nicht zu den Gemeinden aus dem Vogelsbergkreis wie Alsfeld, Lauterbach und Antrifttal, die Geld aus Wiesbaden erhalten, um so den Schuldenstand zu reduzieren. Bei den infrage kommenden Gemeinden seien es 46 Prozent der Schulden, die durch das Land Hessen getilgt würden, so Bürgermeister Stock. Mit dem angekündigten Geld hätte Lautertal dann sogar ein Plus von 1,6 Millionen Euro, was ihn natürlich freuen würde.

Um den Irrtum aus der Welt zu schaffen, versuchte der Lautertaler Bürgermeister mit dem im Schreiben genannten Sachbearbeiter in Kontakt zu treten. Trotz mehrerer Anrufe und der Bitte um einen Rückruf gab es keinen persönlichen Kontakt mit dem zuständigen Mitarbeiter im Finanzministerium. Dieser sei in einer Besprechung bekam der Lautertaler Bürgermeister mehrmals zu hören. "Irgendwann reichte es mir", so Heiko Stock und stellte seine Bemühungen ein, mit Wiesbaden in Kontakt zu treten.

Aufgrund des Zahlenmaterials, die dem Bürgermeister vom Städte- und Gemeindebund zur Verfügung gestellt worden war, keimte bei ihm langsam der Verdacht, dass es sich um die Gemeinde Lautertal im Odenwald handeln könnte, für die das Geld gedacht sei. Die Kommune mit rund 7400 Einwohnern hat nach der ihm vorliegenden Aufstellung einen Schuldenstand von 11,4 Millionen Euro. Ein Anruf bei seinem Amtskollegen Jürgen Kaltwasser bestätigte dann Stocks Vermutung. Zumal dieser natürlich höchst erfreut darüber war, was ihm sein Vogelsberger Kollege berichtete, denn er habe schon auf den Bescheid gewartet.

Nun wartet wiederum Bürgermeister Stock darauf, was passiert. Er glaubt nicht, dass Lautertal im Vogelsberg das Geld erhalten werde. Denkbar sei, dass das Finanzministerium die Sache "einfach im Sand" verlaufen lassen wird.

Lauterbacher Anzeiger (gst)
10.02.2012

 

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