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Aktuelles | Gemeinde Lautertal - Details

Ein Bär soll Touristen nach Lautertal locken



Am Freitag hatte das Lustspiel " Brunos Bruder" in Hopfmannsfeld Premiere - Ausverkauftes Haus - Gelungene Aufführung.

Zu einem unterhaltsamen Theaterabend mit viel Kurzweil hatte am Freitag im liebevoll zu einem Theater umgestalteten Dorfgemeinschaftshaus die Theateruntergruppe des Männergesangsvereins Hopfmannsfeld eingeladen. In einem Turnus von zwei Jahren studieren die engagierten Mitwirkenden in ihrer Freizeit Texte und Geschichten, die zum Lachen und Nachdenken anregen sollen, ein und gestalten selber ihre Bühnenbilder. Auch dieses Jahr ist das Konzept voll aufgegangen. Vor ausverkauftem Saal startete um 19.30 Uhr das Lustspiel " Brunos Bruder" von Norbert Herler - mit viel Witz und mit auf die Gemeinde Lautertal zugeschnittenen Kalauern.

Bürgermeister Udo Fiedler sehr gut und glaubwürdig gespielt von Dieter Gundrum ist in Zugzwang. Er kann sich in den Gemeinden ringsum nicht mehr sehen lassen, seit in der Zeitung stand, dass Lautertal den letzten Platz in der Wirtschaft und bezüglich des Zuwachses an Touristen belegt. Alle Gemeinden im Umfeld blühen als Touristenzentren auf. Nur seine Gemeinde verschläft den Boom. Die Autokarawanen sowie das Leben gehen an der Kommune vorbei. Zu unbedeutend, klein und abgelegen ist die Gemeinde, als dass sich irgendjemand dorthin verirrt. Dann sitzt ihm auch noch sein bester Freund, der Bäckermeister und Oppositionsführer Georg Struller (Thomas Weidl), im Nacken. Zusätzlich fängt seine Tochter Franzi (Daniela Prenzel) eine Liebelei mit einem Aussteiger aus Berlin (Marco Peppler) an.

Zuviel für den überforderten Mann. Er sendet seinen engsten Mitarbeiter, den ruhigen und bescheidenen, ewigen Junggesellen Hans Meier, glänzend gespielt von Peter Sukdolak, auf einen Tourismus-Lehrgang. Diesem nimmt man den Büroangestellten in jeder Minute absolut ab. Von dem Lehrgang bringt der allerdings nichts mit außer der Telefonnummer einer süßen Blondine und ein paar Hotelhandtüchern. Hans Meier soll als neuer Fremdenverkehrsleiter nun - ideenlos und ohne wirkliche Lust - die Vermarktung des Landstrichs ankurbeln.

Der zündende Funke springt erst über, als die Bürgermeistergattin Irmgard Fiedler (Andrea Gundrum) mit der Nachricht "in Herbstein treibt angeblich ein Bär sein Unwesen" ins Büro stürmt. Plötzlich geht den beiden Bürokraten ein Licht auf. Sie streuen das Gerücht, dass der Bär über die Ortsgrenze nach Lautertal gelangt ist.

In den beiden Klatschweibern des Dorfes, Ulla Bachhuber (Diana Kimm), die schwer in Hans Meier verliebt ist, und der diplomierten Raum- und Körperpflegerin, Else Weich, gespielt von Wilma Köhler, deren spritzige und mitreißende Art die Rolle sehr positiv belebt, findet das Gerücht den passenden Nährboden.

Der Plan geht auf, in kürzester Zeit bekommt die Presse in Person der Reporterin Carola Unstet (Ute Kister) und Fernsehredakteurin Gunda (Annedore Prenzel) nebst Kamerafrau Heike (Elke Rodemer) Wind von der Sache, und der kleine Ort gerät gehörig durcheinander.

Als dann im Ministerium bekannt wird, ein Bär gefährde Land und Leute, wird Staatssekretärin Henriette Schneider (Gabi Schneider) entsendet, um vor Ort für Ordnung zu sorgen und den Fall genau unter die Lupe zu nehmen, ist Bürgermeister Fiedler in Nöten. Die Gerüchte reichen nicht mehr, ein echter Bär muss her!

Das Ende, unerwartet und lustig, sei hier noch nicht verraten, da es am kommenden Wochenende noch einmal heißt "Lautertal: Hier steppt der Bär!

Jeder Besucher sollte sich selbst ein Bild von dem hervorragend präsentierten Theaterstück machen. Es sind nur noch wenige Karten zu kaufen.

Nach dem Stück blieben die Gäste noch gerne auf einen Umtrunk, genossen Snacks und ein gutes Gespräch mit den Darstellern. So mancher schlug auch einen nachdenklicheren Ton an, da das Stück bei aller Heiterkeit auch vielen Gemeinden einen Spiegel vorhalten sollte, in ihrem Versuch, mit allen Mitteln andere Gemeinden zu übertrumpfen - im Kampf um Zimmerbelegungen und Touristenattraktionen.

Kurzum ein gelungener Abend, zu dem nicht zuletzt auch die Souffleuse Christel Stroh beigetragen hat. Um einen fließenden Ablauf zu gewährleisten, war sie bei kleineren Texthängern sofort zur Stelle.

Lauterbacher Anzeiger (sdr)
26.09.2011

 

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