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Der einzige Wermutstropfen war das Wertungssingen



Drei größere Projekte der "Sängerlust" Hörgenau.

Eine überwiegend positive Jahresbilanz zog der Gemischte Chor "Sängerlust" Hörgenau. Die drei größten Projekte waren das Chorjubiläum in Maar, das Wertungssingen und ein musikalisches Oktoberfest des Vereins. Der einzige Wermutstropfen im vergangenen Jahr war für die Sänger das Wertungssingen, denn "trotz monatelanger Proben ist unsere Mühe nicht belohnt worden", wie Vorsitzende Sabine Eifert erklärte.

Mit neun Auftritten sei das vergangene Jahr deutlich ruhiger gewesen als das Jahr davor. Der Projektchor habe intensiv für das Oktoberfest geprobt, das er mit neuen Liedern bereichert habe.

Als weiteren Höhepunkt nannte Eifert den Chortag in Pfordt. "Wir haben viele neue Stücke bearbeitet. Es war eine gelungene Sache, nur viel zu kurz", so die Vorsitzende. Dieses Jahr werde ein Probenwochenende in der Rhön geplant. Eifert erwähnte außerdem Auftritte unter anderem bei Gottesdiensten und Familienfeiern.

Zu den Terminen für dieses Jahr gehören der Liederabend "Viva la Musica" am 5. Mai, das Freundschaftssingen in Dirlammen am 18. Mai anlässlich des dortigen Chor-Jubiläums, das Wertungssingen am 10. Juni, der Brandgottesdienst am 24. Juni und das Adventskonzert am 8. Dezember.

Chorleiterin Gabriele Janneck-Detring zog aus musikalischer Sicht Bilanz. Das Chorkonzert in Maar zum 65-jährigen Bestehen des dortigen Kirchenchores sei sehr schön und abwechslungsreich gewesen. Insbesondere die Möglichkeit, dass mehrere Chöre zusammen singen, stellte sie heraus. "Solche Projekte möchte ich in Zukunft wieder planen", so Janneck-Detring. "Es ist doch ein besonderes Erlebnis, mit über 100 kleinen und großen Sängern einen großen Kirchenraum klanglich zu füllen."

Kritik äußerte sie am Bewertungssystem des Wertungssingens. "Es ist bei diesem Konzept immer schwierig, eine konstruktive Bewertung zu geben. Dies kann nur funktionieren, wenn eine Liste von Chorliteratur in verschiedenen Stilrichtungen festgelegt wird und jeder Chor sich daraus zwei Stücke aussucht", forderte die Chorleiterin. Nur dann könnten Bewertungsrichter eine gerechtere Benotung vornehmen. Sie schlug vor, auf Bewertungsnoten gänzlich zu verzichten und sich lieber auf das zu konzentrieren, was der Wertungsrichter positiv anmerke und was er an Verbesserungsvorschlägen mache. So, wie das Verfahren derzeit aussehe, sehe sie nur zwei Möglichkeiten: Entweder trauten sich Chöre nicht mehr an neue und anspruchsvolle Literatur heran und brächten zum Wertungssingen immer wieder dieselben Stücke mit, oder immer mehr von ihnen blieben dem Wertungssingen fern. Beim Sängerkreis Lauterbach sei das bereits geschehen, mit dem Ergebnis, dass es nun einfach ein Chorkonzert gebe. "Das ist zwar immer sehr schön, aber es gibt eben kein Wertungssingen mehr."

Die Vorbereitungen auf das nächste Wertungssingen seien in Hörgenau bereits im Gange, so Janneck-Detring. Es gelte, nicht zurück, sondern nach vorne zu sehen - und sie sehe den Projekten dieses Jahres positiv entgegen.

Vorsitzende Eifert nannte auch Zahlen. Der Verein hat 129 Mitglieder, davon 38 Sänger. "Wir haben auch 14 Kinder in unserem Chor." Im vergangenen Jahr hatte es 38 Chorproben gegeben. Marie Hansel und Silvia Sukow hatten 35 davon besucht, Theofried Leipert 34, sie waren damit am häufigsten bei Proben anwesend.

Lauterbacher Anzeiger (mgg)
31.01.2012

 

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